Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Große Spechtparade im Leipziger Auwald
Leipzig Bildung Große Spechtparade im Leipziger Auwald
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 27.10.2014

Die Spechtfamilie verbringt die meiste Zeit ihres Lebens an Ästen, Stämmen und Baumhöhlen. Dafür müssen die Vögel gut klettern können. Kurze kräftige Beine und ein Kletterschwanz, auf den sich die Vögel mit ihrem Körpergewicht stützen können, helfen ihnen dabei.

Weil Grau-, Mittel- und Schwarzspecht sowie der Wendehals im Leipziger Auwald neben anderen seltenen Vogelarten als Brutvögel vorkommen, wurden große Gebiete des Auwaldes zum Europäischen Vogelschutzgebiet erklärt. Forstbetriebe, Waldbesitzer, Besitzer von Parkanlagen, großen Streuobstwiesen und auch Gartenbesitzer sollten abgestorbene Bäume, sofern sie keine Gefahr bedeuten, für die Spechte stehen lassen. Über 50 Tierarten profitieren von den Höhlen, die sich die Spechten zimmern - darunter Dohlen, Hohltauben, Schellenten, Mandarin-Enten, Kleiber, Meisen, Marder, Fledermäuse oder Hornissen. Die Spechte leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt im Wald. Außerdem bietet das Totholz den Spechten ihre Nahrungsgrundlage. Die beste Beobachtungszeit der standorttreuen Spechte ist das zeitige Frühjahr zur Balzzeit bis zum Laubaustrieb.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_36960]Buntspecht: Der häufigste und bekannteste unserer Spechte, gehört ebenfalls zu den Hackspechten. Das typische schnelle Balztrommeln verrät ihn. Ist im Wald, Parkanlagen, in Gärten anzutreffen und häufiger Gast an Futterstellen.

Schwarzspecht: Größte Spechtart, benötigt zum Höhlenbau Bäume mit einem Durchmesser von mindestens 40 Zentimetern. Gehört zu den Hackspechten, da er durch Zerhacken des Totholzes zu seiner Nahrung gelangt, die vorwiegend aus Ameisen besteht. Seine lauten, weit wahrnehmbaren Rufe und sein typisch langsames Trommeln zur Balzzeit verraten seine Anwesenheit.

Grauspecht: Ein Specht des Waldes, der wegen seiner Hauptnahrung, den Ameisen, als Erdspecht bezeichnet wird. Trommelt im Frühjahr ausdauernd. Besucht in waldnahen Siedlungen auch Futterstellen.

Mittelspecht: Er verrät sich besonders im Frühjahr durch seine jämmerlich quäkenden Balzlaute, sie ersetzen das Trommeln anderer Spechtarten. Seine Nahrung besteht aus Insekten, die er durch Absammeln und Stochern in großborkiger Rinde seiner Nahrungsbäume findet. Außerhalb der Balzzeit ist er ein scheuer Vogel, der oft übersehen wird. Kommt nur im Laubwald vor, stellt sich in Waldrandlagen aber auch an den Futterstellen ein.

Kleinspecht: Der nur sperlingsgroße kleine Brudes des Buntspechts ist weit verbreitet, aber eher schweigsam und unauffällig. Sein Trommeln zur Balzzeit klingt heller als beim großen Bruder. Gehört zu den Hackspechten, besucht auch die Futterstellen.

Grünspecht: Neben seinem grünen Gefieder mit roter Kopfplatte verrät ihn sein lachender Reviergesang. Trommelt nicht. Gehört auch zu den Erdspechten. Ist in aufgelockerten Waldrändern, Parks und Obstplantagen anzutreffen und sucht höchst selten eine Futterstelle auf.

Wendehals: Zeigt kein typisches Spechtverhalten, klettert nicht wie Spechte, trommelt, wenn überhaupt, nur ganz schwach. Er kann sich keine Höhlen selbst zimmern. Hauptnahrung sind Ameisen und deren Puppen. Der einzige Specht, der zu den Langstreckenziehern (bis südlich der Sahara) gehört. Kommt Mitte April und verlässt uns bereits Ende August wieder.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2014

Richard Schöne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Leipziger Uniklinikum investiert eine weitere Million Euro in den Ausbau seiner Bio-Bank. In dieser können nach Ende der Arbeiten etwa zwei Millionen Proben bei Temperaturen von minus 80 bis minus 150 Grad Celsius gelagert werden, teilte das Haus am Donnerstag mit.

23.10.2014

Mit 38 neuen Studierenden hat am Donnerstag das aktuelle Wintersemester an der Leipzig School of Media (LSoM) begonnen. Damit sind 108 Studenten in den berufsbegleitenden Masterstudiengängen eingeschrieben, so viele nie zuvor, hieß es in einer Mitteilung.

23.10.2014

Sie sind neu an Leipzigs Uni, belegen verschiedene Fächer, kommen aus allen Ecken Deutschlands und sind trotzdem schon eine eingeschworene Truppe: Fünf Studienanfänger machen beim Projekt "Ersti-Experten" mit und füllen seit letzter Woche ihre Video-Tagebücher mit Beiträgen, die über den Youtube-Kanal der Alma mater und das Internet Portal "Studieren in Leipzig" veröffentlicht werden.

22.10.2014
Anzeige