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Große Spechtparade im Leipziger Auwald

Große Spechtparade im Leipziger Auwald

Es ist nicht allgemein bekannt, dass alle sieben in Mitteldeutschland vorkommenden Spechtarten in Leipzig und Umgebung beheimatet sind. Der Leipziger Auwald bietet noch das stehende und liegende Totholz sowie große starke Bäume, die alle Spechte zum Bauen ihrer Höhlen und für die Aufzucht ihrer Jungen benötigen.

Die Spechtfamilie verbringt die meiste Zeit ihres Lebens an Ästen, Stämmen und Baumhöhlen. Dafür müssen die Vögel gut klettern können. Kurze kräftige Beine und ein Kletterschwanz, auf den sich die Vögel mit ihrem Körpergewicht stützen können, helfen ihnen dabei.

Weil Grau-, Mittel- und Schwarzspecht sowie der Wendehals im Leipziger Auwald neben anderen seltenen Vogelarten als Brutvögel vorkommen, wurden große Gebiete des Auwaldes zum Europäischen Vogelschutzgebiet erklärt. Forstbetriebe, Waldbesitzer, Besitzer von Parkanlagen, großen Streuobstwiesen und auch Gartenbesitzer sollten abgestorbene Bäume, sofern sie keine Gefahr bedeuten, für die Spechte stehen lassen. Über 50 Tierarten profitieren von den Höhlen, die sich die Spechten zimmern - darunter Dohlen, Hohltauben, Schellenten, Mandarin-Enten, Kleiber, Meisen, Marder, Fledermäuse oder Hornissen. Die Spechte leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt im Wald. Außerdem bietet das Totholz den Spechten ihre Nahrungsgrundlage. Die beste Beobachtungszeit der standorttreuen Spechte ist das zeitige Frühjahr zur Balzzeit bis zum Laubaustrieb.

Buntspecht: Der häufigste und bekannteste unserer Spechte, gehört ebenfalls zu den Hackspechten. Das typische schnelle Balztrommeln verrät ihn. Ist im Wald, Parkanlagen, in Gärten anzutreffen und häufiger Gast an Futterstellen.

Schwarzspecht: Größte Spechtart, benötigt zum Höhlenbau Bäume mit einem Durchmesser von mindestens 40 Zentimetern. Gehört zu den Hackspechten, da er durch Zerhacken des Totholzes zu seiner Nahrung gelangt, die vorwiegend aus Ameisen besteht. Seine lauten, weit wahrnehmbaren Rufe und sein typisch langsames Trommeln zur Balzzeit verraten seine Anwesenheit.

Grauspecht: Ein Specht des Waldes, der wegen seiner Hauptnahrung, den Ameisen, als Erdspecht bezeichnet wird. Trommelt im Frühjahr ausdauernd. Besucht in waldnahen Siedlungen auch Futterstellen.

Mittelspecht: Er verrät sich besonders im Frühjahr durch seine jämmerlich quäkenden Balzlaute, sie ersetzen das Trommeln anderer Spechtarten. Seine Nahrung besteht aus Insekten, die er durch Absammeln und Stochern in großborkiger Rinde seiner Nahrungsbäume findet. Außerhalb der Balzzeit ist er ein scheuer Vogel, der oft übersehen wird. Kommt nur im Laubwald vor, stellt sich in Waldrandlagen aber auch an den Futterstellen ein.

Kleinspecht: Der nur sperlingsgroße kleine Brudes des Buntspechts ist weit verbreitet, aber eher schweigsam und unauffällig. Sein Trommeln zur Balzzeit klingt heller als beim großen Bruder. Gehört zu den Hackspechten, besucht auch die Futterstellen.

Grünspecht: Neben seinem grünen Gefieder mit roter Kopfplatte verrät ihn sein lachender Reviergesang. Trommelt nicht. Gehört auch zu den Erdspechten. Ist in aufgelockerten Waldrändern, Parks und Obstplantagen anzutreffen und sucht höchst selten eine Futterstelle auf.

Wendehals: Zeigt kein typisches Spechtverhalten, klettert nicht wie Spechte, trommelt, wenn überhaupt, nur ganz schwach. Er kann sich keine Höhlen selbst zimmern. Hauptnahrung sind Ameisen und deren Puppen. Der einzige Specht, der zu den Langstreckenziehern (bis südlich der Sahara) gehört. Kommt Mitte April und verlässt uns bereits Ende August wieder.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2014

Richard Schöne

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