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Bildung Großstudie zu Zivilisationskrankheiten: Uni Leipzig zieht nach fünf Jahren LIFE Bilanz
Leipzig Bildung Großstudie zu Zivilisationskrankheiten: Uni Leipzig zieht nach fünf Jahren LIFE Bilanz
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17:47 08.04.2015
Übergewichtige Menschen weisen im Alter oft weniger graue Hirnsubstanz auf. Folge können schlechtere gedächtnisleistungen und vermindete Reaktionsgeschwindigkeiten sein. (Archivbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Seit 2009 wurden im Rahmen der Studie Daten von etwa 10.000 Erwachsenen (ADULT-Studie), 3500 Kindern (CHILD-Studie) sowie etwa 8000 Herz-Erkrankten (LIFE-Heart-Studie) in das Projekt aufgenommen. Dabei sammelten die Wissenschaftler nicht nur mehr als eine Million Gewebeproben, auch über zehn Millionen Datensätze stehen den Forschern zur Verfügung – Grundlage nicht nur für laufende, sondern auch kommende Arbeiten.

In der LIFE-Studie führten die Wissenschaftler medizinische Diagnosen mit dem Lebensstil der Teilnehmer und deren sozialem Status (auf Basis des jeweiligen Leipziger Stadtteils) zusammen. In der Folge konnte die Häufigkeit verschiedener Zivilisationskrankheiten in Leipzig – auf die einzelnen Viertel verteilt – aufgezeigt werden.

Macht Übergewicht im Alter dumm?

Neben Forschungsprojekten zu Diabetes und genetisch bedingten Herzinfarktrisiken widmete sich ein wichtiger Bereich der Studie dem Thema Übergewicht. So wies eine der Arbeiten nach, dass Übergewicht im Alter zu verminderter geistiger Leistungsfähigkeit führen könne. So stehe ein höherer Body-Mass-Index (BMI) in Zusammenhang mit einem geringeren Volumen der grauen Hirnsubstanz. In der Folge äußerten sich Symptome wie verschlechterte Gedächtnisleistung und geringere Reaktionsgeschwindigkeit.

Die Adipositasforschung hat an der Universität Leipzig mittlerweile einen eigenen Sonderforschungsbereich eingeräumt bekommen. In diesem Rahmen wurde auch das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositaserkrankungen eingerichtet.

LIFE wird teilweise weitergeführt - Finanzierung noch nicht gesichert

Teile der LIFE-Studie werden angepasst fortgeführt. Neben der Biobank mit den Proben wird auch die Datenbank mit sämtlichen Ergebnissen erhalten bleiben. „In den nächsten Jahren gilt es, diesen Datenschatz zu heben“, beschreibt Matthias Nüchter, Geschäftsstellenleiter von LIFE, die anstehenden Arbeiten. Auch im Rahmen der CHILD-Studie wird weiter geforscht werden: „Bei Kindern geht die Entwicklung sehr schnell vonstatten. Deswegen müssen wir da schon nach einem oder zwei Jahren schauen, was sich da in der Zwischenzeit getan hat.“

Es kommen jedoch auch neue Projekte hinzu. Eine siebenköpfige Gruppe von Nachwuchsforschern wird in Zukunft den Einfluss von inneren und äußeren Stressfaktoren auf die Entstehung von Zivilisationserkrankungen untersuchen. „Wir stehen kurz vor der Bewilligung", so Nüchter.

Die Studien zu Herzerkrankungen wurden zunächst auf Eis gelegt. „Ein Follow-Up, eine Nachfolgestudie, lohnt sich in der Regel erst ab fünf Jahren. Diese Zeit braucht es, bis Veränderungen bei den Probanden auftreten.“ Derzeit würden die Wissenschaftler die Daten auswerten und die Follow-Up-Studie vorbereiten. Nur Teile der Finanzierung sind jedoch bislang gesichert. „Als Wissenschaftler wenden sie genauso viel Zeit aufs Anträge schreiben auf wie für die Forschung selbst."

joka

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