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Bildung HTWK Leipzig baut Mini-Staudamm ins Groß-Labor
Leipzig Bildung HTWK Leipzig baut Mini-Staudamm ins Groß-Labor
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22:44 21.09.2016
An der HTWK Leipzig ist ein Miniatur-Staudamm entstanden. Quelle: Robert Weinhold
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Leipzig

Es strömte und schäumte hinter dem Nieper-Bau der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK). Mitten in Connewitz war eine Staumauer installiert, die von Hochwässern heimgesucht wurde. Die Fluten ergossen sich über die sogenannte Entlastungsanlage des Bauwerks in die Tiefe und landeten in einem Pool. Überschwemmt wurde nichts bei dieser Simulation – leistungsstarke Pumpen sorgten für die Wassermassen, die Talsperre war ein Nachbau im Maßstab 1:8.

Im Original steht die 50 Meter hohe Talsperre Lehnmühle im Osterzgebirge, hält die Wilde Weißeritz in Schach und liefert Trinkwasser. Dass sie als Miniaturausführung an der HTWK diversen Tests unterzogen wurde, hängt mit den Planungen der sächsischen Landestalsperrenverwaltung (LTV) zusammen.

Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres sollen Umbauarbeiten an dem seit 1930 betriebenen Sperrwerk starten, damit es für künftige Jahrhundertfluten besser gewappnet ist. LTV-Projektleiter Michael Humbsch spricht von einer Steigerung der hydraulischen Leistungsfähigkeit. Konkret geht es um eine Modifizierung der Überlauföffnungen im oberen Bereich der Staumauer.

Um möglichst belastbare Daten für das Umbauvorhaben zu bekommen, wurde das HTWK-Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft mit ins Boot geholt. Es verfügt am Campus in Connewitz über ein Großlabor mit 350 Quadratmetern Fläche und drei Turbopumpen, die dem Talsperrenmodell ordentlich Flutwellen verpassten. „Die Versuche haben vor allem komplexe Strömungen offenbart, die beim Abfließen durch die Entlastungsanlage entstehen“, erklärte Tilo Sahlbach vom Institut.

Wie in der Realität gab es bei den Experimenten im Labor und teils unter freiem Himmel nicht nur eine Sperrmauer im Kleinformat, sondern auch einen maßstabsgetreuen Stausee mit variierbarem Pegelstand. Überall waren Sensoren installiert, um Messdaten zu sammeln, die dann in den Planungsentwurf für die Talsperre Lehnmühle einflossen.

Mario Beck

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