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Bildung Hilfe für Flüchtlinge und Studenten: 27-jähriger Syrer gründet Verein - Integration begleiten
Leipzig Bildung Hilfe für Flüchtlinge und Studenten: 27-jähriger Syrer gründet Verein - Integration begleiten
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10:33 10.07.2014
Auf dem Quelle: Aziz Al-Ayyoobi aus Syrien.
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Leipzig

Wegen seines Engagements für die Meinungsfreiheit in Syrien wurde der 27-jährige Syrer mehrmals in seiner Heimat verhaftet und gefoltert. Nun wohnt er in Leipzig und will seinen Landsleuten in Deutschland, Syrien, Irak und in der Türkei weiter helfen.

Die Tochterorganisation der Union Kurdischer Studierender in Syrien (UKSS) ist erst seit ein paar Tagen in Leipzig offiziell angemeldet und zählt schon rund 15 Mitglieder. Bei UKSS kann jeder mitmachen und nicht nur Kurden, wie der Name des Vereins es vermuten lässt. „Am Anfang gab es das Wort Kurdisch im Namen nicht. Aber zurzeit sind unsere Aktivitäten in Syrien nur in der kurdischen Region möglich, im Norden des Landes, weil die Situation dort etwas stabiler ist“, erklärt Aziz Al-Ayyoobi*. „Wir brauchen ebenfalls Hilfe von deutschen Studierenden. Alle sind bei UKSS willkommen.“

Räumlichkeiten und Förderungen in Leipzig gesucht

Ziel des neugegründeten Leipziger Ablegers der UKSS ist es, den syrischen Flüchtlingen und Studierenden in der Messestadt zu helfen. Aber dafür muss der Verein noch ein paar organisatorische Sachen erledigen. „Wir suchen dringend Räume in Leipzig, wo wir das Leipziger Zentrum der UKSS einrichten könnten“, sagt Aziz Al-Ayyoobi. In dem Leipziger Büro sollen die syrischen Flüchtlinge und Studierenden, die nach Leipzig gekommen sind, Ansprechpartner finden und werden bei ihrem Integrationsprozess begleitet. Unterstützungen beim Studium und beim Lernen der deutschen Sprache seien auch geplant. Aziz Al-Ayyoobi möchte ebenfalls eine Bibliothek gründen, wo man kurdische und arabische Bücher finden kann. „Wir wollen eine Brücke zwischen der deutschen und der syrischen Gesellschaft bauen“, erklärt der 27-jährige, der Anglistik an der Universität Leipzig studiert.

Auch Förderungen und Kooperationspartner sucht der junge Aktivist für die UKSS-Filiale in Leipzig. Zurzeit erhalten nur die UKSS Gruppen, die in Syrien arbeiten, Unterstützung von der unabhängigen Initiative „Adopt a Revolution“, die viele Projekte der zivilen Bewegung in Syrien unterstützt. In dem Projekt, das in Leipzig ansässig ist, engagieren sich Syrer und Deutsche. Das Projekt „Adopt a Revolution“ trägt der Verein about:change, dessen Sitz ebenfalls in Leipzig ist.

Eine soziale und kulturelle Dynamik in den Alltag bringen

Im Dezember 2012 gründete Aziz Al-Ayyoobi die UKSS wegen des Kriegs in Syrien. „Die Lehrer wurden dort nicht mehr bezahlt und gingen dann nicht mehr in die Schule. Damit die Schüler trotzdem Unterricht haben konnten, haben die Studenten angefangen, die Schüler selbst zu unterrichten“, erinnert sich der junge Aktivist. Heute ist der Verein in vier nordsyrischen Städten aktiv (Qamischli, Kobanî, Tirpespi und Amudah), sowie in der Türkei, im Irak und seit kurzem in Deutschland. Insgesamt arbeiten 375 Personen freiwillig für UKSS.
Leipzig. Das Projekt liegt ihm am Herzen. Aziz Al-Ayyoobi hat eine Tochterorganisation der weltweit bekannten Union Kurdischer Studierender in Syrien (UKSS) in Leipzig gerade gegründet. Wegen seines Engagements für die Meinungsfreiheit in Syrien wurde der 27-jährige Syrer mehrmals in seiner Heimat verhaftet und gefoltert. Nun wohnt er in Leipzig und will seinen Landsleuten in Deutschland, Syrien, Irak und in der Türkei weiter helfen.

„Wenn wir wollen, dass Jugendliche und Kinder sich von Waffen fernhalten, müssen wir ihnen etwas anders anbieten“, betont der 27-Jährige. In Syrien organisiert die UKSS Ausstellungen und Workshops für die Schüler. Ziel ist es, eine soziale und kulturelle Dynamik in den Alltag zu bringen. Die Freiwillige informieren auch die Bevölkerung über Menschen- und Presserecht. „Wir wollen eine Rolle in dem Friedensprozess in Syrien spielen“, sagt Aziz Al-Ayyoobi. UKSS sei sogar für den Internationalen studentischen Friedenspreis 2015 in Norwegen nominiert, aufgrund ihrer Arbeit in Syrien für Frieden und Menschenrechte. Die Organisation stehe ebenfalls auf der Liste der vertrauten Nicht-Regierungs-Organisationen der UNOCHA (United Nations Office for Coordination Humanitarian Affairs).

Wegen einer studentischen Zeitung verhaftet

Seit 2004 ist Aziz Al-Ayyoobi ein syrischer Aktivist und wurde mehrmals aus diesem Grund in Syrien verhaftet, als er Anglistik-Student an der Universität in Damaskus war. 2006 ging er zum ersten Mal ins Gefängnis, weil er eine studentische Zeitung gegründet hatte, in dem die syrische Regierung kritisiert wurde. Ein Jahr später wurde er wegen einer Theater-Aufführung, die die Gesellschaft kritisierte, verhört. Und 2008 ging er wieder ins Gefängnis. Grund dafür war dieses Mal die Planung einer Ausstellung über Theater und Poesie, an der rund 300 Studenten teilnahmen. Weil er die Schau organisiert hatte, verhaftete die syrische Polizei den Hochschüler in der Universität.

Aziz Al-Ayyoobi konnte aus diesem Grund sein Studium in Damaskus nicht beenden, weil er wegen des Gefängnisses und der psychischen Folter traumatisiert war. Zwischen 2008 und 2011 stand er unter strenger Aufsicht. Endlich flüchtete er im Jahr 2011 aus Syrien nach Deutschland.

*Name geändert

Adeline Bruzat

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