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Bildung Informatik-Student der Leipziger Uni betreibt Großrechner im heimischen Keller
Leipzig Bildung Informatik-Student der Leipziger Uni betreibt Großrechner im heimischen Keller
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22:00 13.06.2018
Informatikstudent Sebastian Wind in seinem Computerkeller. Im Hintergrund steht der Großrechner „Jedi“, der 2017 an der Leipziger Uni ausgemustert wurde. Quelle: privat
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LEIPZIG

Sebastian Wind kennt sich mit Großrechnern, den sogenannten Mainframes, aus – er hat sogar einen zu Hause. Im Keller des 27-Jährigen, der an der Leipziger Uni Informatik studiert, ist das Schwergewicht installiert. Zwei Tonnen wiegt die zwei Meter hohe Bit-Maschine. Zwar hat sie schon einige Jahre auf dem Buckel, leistet aber noch gute Dienste. Wind nutzt die Hardware fürs Training und hat auch mit ihrer Hilfe jüngst beim „Mastermainframe Contest“ des IT-Konzerns IBM gewonnen. Die vorgegebene Aufgabenstellung bei dem internationalen Wettbewerb übertrug er flugs auf seinen Großrechner der Marke z9 Enterprise-Class, der den Spitznamen „Jedi“ trägt. Star Wars lässt grüßen. Mit einem rund zehnminütigen Video auf Youtube stellte Wind sein Computer-Equipment im Keller und seine kreative Problemlösung der Jury vor, die ihn dafür zu einem der drei Hauptgewinner kürte.

Mit „Jedi“ verbindet den Studenten, der gerade seine Masterarbeit schreibt, eine innige Beziehung. Als Schenkung von IBM war der z9 zum 600. Uni-Geburtstag 2009 an die Alma mater gekommen, die als eine von nur wenigen Hochschulen in Europa noch Mainframe-Ausbildungen anbietet. Später bearbeitete Wind mit „Jedi“ mehrere Projekte. 2017 wurde der Großrechner ausrangiert und durch einen des moderneren Typs z114 ersetzt. Auch dieser wurde kostenlos von einer Firma spendiert und dann vom Academic Mainframe Consortium (AMC) der hiesigen Uni-Informatik zur Verfügung gestellt, wo AMC-Gründer Professor Martin Bogdan auch Lehrveranstaltungen zum Mainframe Computing hält. Nachwuchs, der sich mit solchen beispielsweise in der Finanz- oder Automobilwirtschaft eingesetzten Großrechnern auskennt, ist rar.

„Mich hat interessiert, wie solche Systeme funktionieren, dann habe ich nach Kursen zu dem Thema gesucht“, blickt Wind zurück. Als „Jedi“ im letzten Jahr ausgemustert wurde, bewahrte ihn Wind vor der Verschrottung. Die Uni überließ ihm den Veteranen. Zugleich wurde er mit der Betreuung des neu aufgebauten z114 betraut. Vielleicht will Wind auf dem Mainframe-Gebiet promovieren. Sein Kellerlabor ist bestens ausgestattet – neben dem voluminösen „Jedi“, der fast die Decke berührt, sind eine Reihe von Laptops und PCs sowie ein 3D-Printer platziert. Diverse Urkunden und Zertifikate zieren eine „Wall of Fame“, zu der jetzt der IBM-Mainframe-Contest-Preis hinzugekommen ist.

Die feierliche Verleihung bescherte Wind eine Reise nach London. Auf der dort ausgerichteten Konferenz „Z Technical University“ fand die Siegerehrung statt.

Von Mario Beck

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