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Interview mit HTWK-Rektorin Gesine Grande: "Wir denken im Zeitraum bis 2025"

Interview mit HTWK-Rektorin Gesine Grande: "Wir denken im Zeitraum bis 2025"

Vor 100 Tagen hat Professorin Gesine Grande die Amtsgeschäfte als Rektorin der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) übernommen und sich inzwischen eingearbeitet.

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Vor 100 Tagen hat Gesine Grande die Amtsgeschäfte als Rektorin der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) übernommen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das positive Echo aus der Hochschule sieht die 50-Jährige als Ansporn beim Bewältigen der Herausforderungen: "Ich wünsche mir an der HTWK eine Kultur der Zuversicht", sagt sie. "Wir müssen uns für die Zukunft wappnen, uns grundlegend Gedanken darüber machen, wie die weitere Profilierung in Forschung und Lehre aussehen soll." Veränderungen in der Fakultätsstruktur seien in nächster Zeit aber nicht geplant.

Frage: Sie haben die erste Immatrikulationsfeier als Rektorin hinter sich und den Festakt zur Amtseinführung. Wie schwer wiegt die Amtskette, also die Verantwortung, die Sie übernommen haben?

Gesine Grande:

Rein materiell wiegt die Kette nicht sonderlich schwer, aber da gibt es eben das symbolische Gewicht. Ich habe auch früher schon Verantwortung in verschiedenen Leitungsaufgaben übernommen, aber jetzt ist das von früh bis spät der Fall. Alle Gespräche und Entscheidungen sind wichtig, weil sie oft mit Konsequenzen verbunden sind oder sein könnten. Das ist eine neue Situation, vieles kommt gleichzeitig auf einen zu - mit mehr oder weniger großer Dringlichkeit. Ich bin froh, dass sich das Rektoratskollegium schnell eingespielt hat - und das positive Echo aus der Hochschule spornt an.

In den letzten Monaten haben sich die hochschulpolitischen Wogen etwas geglättet, weil die Landesregierung eigentlich keinen weiteren Stellenabbau an den Hochschulen vornehmen will. Ist die HTWK in ruhigem Fahrwasser?

Die Situation ist jetzt zumindest günstiger, weil die bisher als wegfallend einzubringenden 14 Stellen festgelegt sind. Aber es wurde ja signalisiert, dass 2016 noch einmal Stellen gestrichen werden sollen und das würde nach Lage der Dinge an unserer Hochschule vier bis fünf betreffen. Und aus dem Koalitionsvertrag ist ja auch ersichtlich, dass vieles davon abhängt, ob ein guter Hochschulentwicklungsplan zustande kommt und die Ziel- und Zuschussvereinbarungen. Wir müssen uns für die Zukunft wappnen, uns grundlegend Gedanken darüber machen, wie die weitere Profilierung in Forschung und Lehre aussehen soll.

Die HTWK hat seit Längerem ein Leitbild, das strategisch angelegt ist. Sie haben zur Investitur aber erklärt, zur Kursbestimmung seien Ziele nötig, die Gewinne versprechen und nicht bloß das Risiko minimieren -

Was ich gesagt habe, war an die Landesregierung adressiert. Es fühlt sich nicht gut an, wenn man als Hochschule bei allen Anstrengungen bestenfalls nichts verlieren kann. Da fehlt der motivierende Faktor des möglichen Zugewinns. Im Leitbild ist viel Richtiges und Wichtiges verankert, aber seine konkrete Verwirklichung steht noch auf einem anderen Blatt. Diese Ausgestaltung muss bewerkstelligt werden. Die HTWK verfügt in vielen Bereichen über eine beachtliche Expertise, das Potenzial müssen wir auch interdisziplinär noch besser ausschöpfen.

Wird es in nächster Zeit Veränderungen in der Fakultätsstruktur geben?

Nein. Darüber kann, wenn überhaupt, erst diskutiert werden, wenn vieles andere geklärt ist. Es gibt eine Rektoratskommission, die eine Situationsanalyse vornehmen und sich mit wichtigen Fragen befassen wird, den Berufsaussichten unserer Absolventen etwa oder der perspektivischen Nachfrage bei den Studienplätzen. Am Ende sollen verschiedene Entwicklungsszenarien stehen, die an der Hochschule diskutiert werden. Eine Strukturdebatte ist erst sinnvoll, wenn die Inhalte klar sind. Wir denken da im Zeitraum bis 2025.

Die HTWK ist derzeit Sachsens nachgefragteste Fachhochschule -

- worauf wir uns nicht ausruhen können. Bis 2020 hat die Kultusministerkonferenz für Sachsen zwar gleichbleibend hohe Bewerberzahlen prognostiziert. Aber was kommt danach? Wir müssen unsere heutige Attraktivität permanent fortschreiben, um auch perspektivisch über das gesamte Fächerspektrum hinweg bei Studierwilligen punkten zu können.

Der Freistaat will sogenannte Wissenschaftsräume formieren. Wo sehen Sie die HTWK in diesem Konzept?

Mittendrin, als Kooperationspartner für Unternehmen, für die Universität, für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Wir können viel einbringen in diese Netzwerke aus Wissenschaft und Wirtschaft in Leipzig und darüber hinaus.

Wann wird das neue Institutsgebäude für die Maschinenbauer und Energietechniker an der Karl-Liebknecht-Straße eingeweiht?

Wir sind optimistisch, dass im Frühjahr eingezogen werden kann. Zum Sommersemester würde dann der Studienbetrieb in dem Gebäude starten.

Der Landesrechnungshof hat kritisiert, dass die IT-Infrastruktur der HTWK zu kleinteilig ist. Wie gehen Sie das Problem an?

Die Struktur ist historisch so gewachsen und wir sehen ebenso wie der Rechnungshof den Reformbedarf. Ein spezielles Gremium wird sich damit befassen.

Als Rektorin sind Sie nun zunächst für fünf Jahre sächsische Wahlbeamte auf Zeit, ruht ihre Professur an der Universität Bremen oder haben Sie die aufgegeben?

Letzteres. Ich war ja nur für kurze Zeit in Bremen. Als ich 2013 nach zehn Jahren an der HTWK dorthin wechselte und die Professur übernahm, war meine Lebensplanung dauerhaft darauf ausgerichtet und nicht absehbar, dass ich so schnell zurückkehren würde. Die HTWK zu leiten und bei bestimmten Anlässen zu repräsentieren empfinde ich - bei aller Belastung - als freudvolle Aufgabe. Ich wünsche mir eine Kultur der Zuversicht - bange machen gilt nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.01.2015

Beck, Mario

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