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Bildung Jeder vierte Azubi in Leipzig fällt durch - Gewerkschaften kritisieren Ausbildungsbetriebe
Leipzig Bildung Jeder vierte Azubi in Leipzig fällt durch - Gewerkschaften kritisieren Ausbildungsbetriebe
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17:48 14.10.2014
Viele Unternehmen ziehen sich bei der Ausbildung zurück, kritisieren die Gewerkschaften. Quelle: dpa
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Dresden

„Wenn jeder fünfte Jugendliche, in Leipzig sogar jeder vierte, durch die Prüfung rasselt, dann stimmt in diesen Betrieben etwas nicht mit der Ausbildung.“

Schnabel warnte vor einseitigen Schuldzuweisungen an die Jugendlichen und stellte die duale Ausbildung auf den Prüfstand. Seit Jahren nehme in den Betrieben die Zahl hauptberuflicher Ausbilder ab. Oft werde diese Aufgabe von Vorarbeitern oder Meistern nebenbei übernommen. „Diesen fehlt aber oftmals die Zeit, sich ausreichend um den Nachwuchs zu kümmern.“ In einer DGB-Befragung unter Azubis habe rund ein Drittel von ihnen angegeben, dass ihre Ausbilder wenig oder gar keine Zeit für sie hätten.

Über die hohen Durchfall-Raten in der Handwerksausbildung hatte die Leipziger Volkszeitung am Dienstag berichtet. Nach Angaben des Sächsischen Handwerkstages fielen im Vorjahr 21,1 Prozent der Lehrlinge im Handwerk bei den Gesellen- und Abschlussprüfungen durch.

IHK wirft jungen Menschen mangelnde "Bildungseignung" vor

Damit liegt Sachsen leicht über dem ostdeutschen (20,7 Prozent) und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (16,3 Prozent). Dennoch sieht der Handwerkstag einen positiven Trend - vor einigen Jahren lag die Quote in Sachsen noch bei rund 25 Prozent. Die Industrie- und Handelskammern in Chemnitz und Dresden warnten vor Panikmache und präsentierten bessere Zahlen. Demnach bestehen im Schnitt gut 85 Prozent der Lehrlinge die Facharbeiterprüfungen.

Gleichwohl hätten sich in einer Befragung im Frühjahr dieses Jahres Unternehmen auch kritisch zur „Bildungseignung junger Leute“ geäußert, berichtete Ulrich Bogun, Referatsleiter für berufliche Bildung bei der IHK Chemnitz. Die Klagen beträfen zum Beispiel Tugenden wie Fleiß und Disziplin oder mangelnde Rechenkenntnisse. Vor ein paar Jahren hätten die Firmen bei Bewerbern noch „die Sahne abschöpfen können“, sagte Bogun.

Jetzt müsse man die Kandidaten so nehmen, wie sie sind: „Bei manchen Jugendlichen platzt der Knoten erst später.“ Einigen Betrieben sei noch nicht klar, dass sie über die Arbeitsagenturen „ausbildungsbegleitende Hilfen“ für Nachhilfe in Anspruch nehmen könnten. Auch Lars Fiehler, Sprecher der IHK in Dresden, räumte mit Vorurteilen über Schulabgänger auf: „Es ist nicht zu erkennen, dass die Leute immer dümmer werden.“

dpa

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