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Bildung José-Carreras-Klinik der Uni Leipzig: Die Bilanz des Präsidenten
Leipzig Bildung José-Carreras-Klinik der Uni Leipzig: Die Bilanz des Präsidenten
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23:59 16.05.2014
Dietger Niederwieser (Archivbild) Quelle: Armin Kühne

Das weltweite Netzwerk für Blut- und Stammzelltransplantationen (WBMT) will mit der Werbung das Augenmerk auf einen Kontinent richten, auf dem die Heilung von Blutkrebs noch immer zu den größten Herausforderungen zählt. Außer in Südafrika, Nigeria und in einigen nordafrikanischen Staaten ist es hier eben kaum möglich, lebensrettende Stammzelltransplantationen durchzuführen.

Dietger Niederwieser, Chef der Abteilung internistische Onkologie und Hämatologie am Uni-Klinikum, kennt die genannten "weißen Flecken", wo die Behandlung der Leukämie noch immer keinem internationalen Standard entspricht, nur zu gut. Um eine Kooperation von weltweit tätigen medizinischen Spezialkliniken zu schaffen, war er als Präsident der Europäischen Stammzelltransplantationsgesellschaft mit den Präsidenten der Nordamerikanischen und Japanischen Stammzelltransplantationsgesellschaften im Jahr 2006 der maßgebliche Initiator bei der Gründung der WBMT. Die ersten Jahre der Organisation waren von mühsamer Aufbauarbeit geprägt. Mittlerweile hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Netzwerk als nichtstaatliche Organisation für ihre Arbeitsbeziehungen anerkannt. Von 2010 bis ins Frühjahr 2014 stand Niederwieser der WBMT als Präsident vor, ihm folgt jetzt turnusmäßig ein Kollege aus Japan.

Der Leipziger Professor kann nach den Jahren in weltweiter Verantwortung eine positive Bilanz ziehen: "In unserer Arbeit gibt es keinerlei Barrieren, vor allem auch keine politischen. Spender können dank unserer Kontakte registriert und genutzt werden, wir registrieren alle in der Welt durchgeführten Stammzelltransplantationen. In den vergangenen Jahren gelang es vor allem, die Zusammenarbeit auf dem südamerikanischen Subkontinent und auch zum Teil in Afrika voranzubringen. In Lateinamerika war das Miteinander zwischen portugiesisch und spanisch sprechenden Ländern wenig entwickelt, und in Afrika war die Gründung einer kontinentalen Sektion unseres Netzwerks schon eine Sensation."

Die WBMT gilt für die WHO als Musterbeispiel der die Kontinente überschreitenden Zusammenarbeit einer wissenschaftlichen Gesellschaft. Workshops wie der in Kürze in Kapstadt fanden in den vergangenen Jahren auch schon im vietnamesischen Hanoi und Salvador de Bahia (Brasilien)  statt.  Laut dem Ex-Präsidenten sei viel erreicht, viel bleibe aber auch noch zu tun. Er nennt die Auseinandersetzungen mit der Pharmaindustrie oder die unterschiedlichen volkswirtschaftlichen Voraussetzungen, unter denen die hochspezialisierten medizinischen Behandlungen ablaufen. Die Kosten einer Stammzelltransplantation in den USA können zum Beispiel ein vielfaches von denen in Deutschland betragen.

Auch 2014 dürften weltweit wieder bis zu 60 000 Stammzelltransplantationen durchgeführt werden. Niederwiesers Klinik gehört dabei zu den renommiertesten Einrichtungen. Sie ist gefragt bei Patienten, die sich Heilung erhoffen, wie bei medizinischem Personal, das sich in Leipzig weiterbilden will. Auch darüber kann der Ex-Präsident in wenigen Tagen auf einer Tagung mit Tausenden Teilnehmern am Sitz der Weltgesundheitsorganisation in Genf berichten. Globale Stärke zu demonstrieren geht in diesem Fall erneut einher mit heimatlichem Stolz. Denn der Doc, der aus Südtirol stammt, der weltweit Präsenz zeigt und nun schon seit 1998 in Leipzig wirkt, ist trotz aller Internationalität einer von hier.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.05.2014

Mayer,Thomas

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