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Jubiläum an der Leipziger Uni: 100 Jahre Meteorologie

Jubiläum an der Leipziger Uni: 100 Jahre Meteorologie

100 Jahre Meteorologie an Leipzigs Uni: Wenn am kommenden Donnerstag auf dem Campus am Augustusplatz aus diesem Anlass ein Festkolloquium über die Bühne geht, dann gibt es in Vorträgen nicht nur Spannendes zur Wolkenphysik in Superzellen-Gewittern oder zur Grenzschichtforschung in der Atmosphäre - auch die Historie lebt auf.

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Manfred Wendisch, Direktor des Instituts für Meteorologie an der Universität Leipzig.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Am baulich markanten Stammsitz des Uni-Institutes für Meteorologie in der Stephanstraße werden die letzten organisatorischen Weichen für die Konferenz gestellt, zu der sich rund 150 Teilnehmer angesagt haben. Die Wurzeln der systematischen Wetterkunde in Leipzig reichen zwar bis tief ins 19. Jahrhundert zurück, aber mit der Gründung des geophysikalischen Institutes anno 1913 hielt hier die moderne Meteorologie Einzug. Als Ordinarius wurde damals der Norweger Vilhelm Bjerknes berufen, der sich als Idealbesetzung erwies. Zwar stand er nur bis 1917 in Uni-Diensten, setzte in dieser Zeit aber kräftige Impulse getreu seiner Maxime, dass die Meteorologie nur dann eine exakte Wissenschaft sei, wenn sie die Physik der Atmosphäre erfasse.

Diesem Anspruch blieb sein Nachfolger Ludwig Weickmann treu, der bis 1945 die Geschäfte führte und 1931 bei einer spektakulären Expedition dabei war. An Bord des Luftschiffes "Graf Zeppelin" fungierte er als meteorologischer Chef bei einer 7000 Kilometer langen Reise über der Arktis. Bei dem Unternehmen kamen neuartige Radiosonden für die Atmosphären-Erkundung ebenso zum Einsatz wie Panoramakameras zur kartografischen Erfassung des überflogenen Terrains. Ein Jahr später ging das bis heute auch für Messungen der Hochatmosphäre genutzte Uni-Observatorium auf dem Collm bei Oschatz in Betrieb.

Ein Schicksalstag für das damals in der Talstraße 38 ansässige Institut war der 4. Dezember 1943, als das Gebäude im Bombenhagel unterging. Nach dem Krieg wurde mehrfach umgezogen und 1957 in Zingst ein Meeresobservatorium als Forschungsvorposten an der Ostsee gegründet. Mit der Hochschulreform 1968 ging es bergab für die Geowissenschaften an der Alma mater, die Institute wurden aufgelöst, als alleinige Ausbildungsstätte für Meteorologen in der DDR fungierte ab 1972 die Humboldt-Universität in Berlin.

Nicht unter dem Dach der Geophysik, sondern als eigenständige Einrichtung gab es 1993 ein Comeback, als das Institut für Meteorologie aus der Taufe gehoben wurde. Professor Gerd Tetzlaff leistete Pionierarbeit, im Turmbau an der Stephanstraße wurde Quartier bezogen. Nach Tetzlaffs Emeritierung übernahm Professor Manfred Wendisch 2009 das Ruder und steuert mit seinem Team nun aufs Jubiläum zu: "Wir können mit Stolz auf hundert Jahre meteorologische Lehre und Forschung zurückblicken", so Wendisch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2013

Mario Beck

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