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Bildung Kehrtwende an der Uni Leipzig: Theater, Archäologie und Pharmazie sollen bleiben
Leipzig Bildung Kehrtwende an der Uni Leipzig: Theater, Archäologie und Pharmazie sollen bleiben
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10:46 13.04.2015
Kehrtwende an der Universität Leipzig: Die Studiengänge Archäologie, Theaterwissenschaft und Pharmazie sollen nun doch weitergeführt werden.
Leipzig/Dresden

ffen Stellenabbau gestoppt - wenn auch erst ab dem Jahr 2017.

In Leipzig selbst ist man noch zurückhaltend. Es werde "aller Voraussicht nach zum kommenden Wintersemester in alle Studiengänge noch einmal immatrikuliert", lässt das Rektorat nüchtern mitteilen. Weitaus optimistischer klingt es dagegen aus Kreisen der Sachsen-SPD. Dort feiert man intern bereits die Rettung der drei Studiengänge. Ein Verhandlungserfolg für die Sozialdemokraten, die seit November wieder das Sagen haben in Sachsens Hochschulpolitik. Für SPD-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange war das dringendste Anliegen, das Stellenstreichprogramm der Vorgängerregierung zu stoppen.

Mehr als 1000 unbefristete Stellen wollte die Koalition aus CDU und FDP bis 2020 kürzen, verteilt auf die 14 sächsischen Hochschulen. 50 Millionen Euro hätte der immer sehr sparsame Freistaat damit pro Jahr weniger ausgegeben. Die Leipziger versuchten den Befreiungsschlag mit einer brutalen Konsequenz - und verkündeten das Aus für die drei kleinen Fächer. Mit fünf Stellen weniger in der Theaterwissenschaft, dreien in der Archäologie und vier in der Pharmazie wären in allen drei Instituten demnächst die Lichter ausgegangen. Das, obwohl alle drei Fächer sich guter Nachfrage erfreuen.

Stange hat nun aber die Reißleine gezogen. Allerdings mit spürbaren Folgen erst in drei Jahren. "Den Stellenabbau, den die CDU-FDP-Regierung mit den Hochschulen bis 2016 vereinbart hat, konnten wir nicht rückgängig machen", sagt SPD-Landtagsabgeordneter Holger Mann. Trotzdem kann Leipzigs Uni aufatmen: Ab 2017 bleiben 754 Stellen erhalten, die Schwarz-Gelb abgeschrieben hatte. Der Wermutstropfen: Bis 2016 müssen noch 44 Stellen weg.

Wo die aber gespart werden sollen, wenn nicht bei den kleinen Fächern, darüber schweigt sich die Uni derzeit aus. Das Ministerium in Dresden will da keine Vorgaben machen. "Die Uni hat das intern für sich entschieden", sagt Sprecher Andreas Friedrich. Jetzt müsse die Uni auch selbst dafür sorgen, dass ihre Studienanfänger in Leipzig abschließen können.

Trotz der Kehrtwende bleiben auf lange Sicht Fragezeichen. So hat das vergleichsweise kleine Leipziger Archäologie-Institut starke Konkurrenz in Jena und Halle - und zudem einen Standortnachteil. Die Staatlichen Kunstsammlungen als natürlicher Partner sitzen in Dresden, das Landesmuseum für Archäologie in Chemnitz, beides weit weg. Dennoch ist Marco Blechschmidt vom Fachschaftsrat "zurzeit guter Hoffnung". Das Prinzip Hoffnung lebt auch bei der Theaterwissenschaft samt angeschlossenem Tanzarchiv weiter, selbst wenn 2017 ein neuer Plan von Staatsregierung und Hochschulen verabschiedet wird.

Leichter wird es für die Apotheker, für deren Nachwuchssicherung der Freistaat sorgen muss. Die Leipziger Pharmazie immatrikuliert im Wintersemester weitere 36 Einsteiger.

Christine Keilholz

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