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Bildung Konferenz in Leipzig vereint 500 Rechtsmediziner
Leipzig Bildung Konferenz in Leipzig vereint 500 Rechtsmediziner
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00:37 18.09.2015
Das Institut für Rechtsmedizin der Uni in der Johannisallee.  Quelle: André Kempner
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LEIPZIG

 Die Leipziger Universität ist seit Dienstag Gastgeber für die 94. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM). Bis zum Sonnabend vereint die Konferenz unter dem Leitthema „Rechtsmedizin im Spannungsfeld zwischen Versorgung und Wissenschaft“ rund 500 Experten aus dem In- und Ausland. Die Tagungsleitung obliegt Professor Jan Dreßler, der auch dem Institut für Rechtsmedizin an der hiesigen Alma mater vorsteht.

Dreßler sagte, bei dem Programm mit über 200 wissenschaftlichen Beiträgen gehe es schwerpunktmäßig unter anderem um Analyseverfahren in der forensischen Toxikologie, mit denen sich der Drogenkonsum nachweisen lässt. Beim Kokain komme der Haaranalyse mit speziellem Screening-Methoden zwar weiterhin eine große Bedeutung zu, aber zur Erhöhung der Beweissicherheit werde die Einbeziehung sogenannter Hydroxymetabolite favorisiert.

Katastrophenmedizin im Fokus

Intensiv befassen sich die Fachleute ebenso mit der Katastrophenmedizin aus historischer und aktueller Perspektive. Erörtert werden zum Beispiel die molekulardiagnostischen Möglichkeiten zur Identifizierung der Opfer von Naturkatastrophen oder Massenunfällen. Zum breiten Tagungsspektrum gehört auch die Diskussion von computergestützten Methoden zur Weichteilrekonstruktion bei Skelettfunden. Nach dem gestrigen Konferenzstart, geht heute eine offizielle Eröffnungszeremonie über die Bühne, bei der Staatssekretäre aus dem sächsischen Justiz- und Wissenschaftsministerium vertreten sind. Zu dieser Feierstunde werden der Konrad-Händel-Stiftungspreis für Rechtsmedizin der Promotionspreis der DGRM verliehen, der Festvortrag widmet sich dem 600. Geburtstag der Leipziger Hochschulmedizin.

1931 war Leipzig schon einmal Austragungsort einer Jahrestagung der damaligen Gesellschaft für gerichtliche und soziale Medizin Deutschlands. Unter der Präsidentschaft von Richard Kockel (1865-1934) fand sie damals statt. Der Gelehrte war im Jahre 1900 zum Gründungsdirektor des hiesigen Institutes für gerichtliche Medizin berufen worden und leitete es mehr als drei Jahrzehnte. Er führte die wissenschaftlichen Fotografie als Beweismittel ein und machte sich um die Weiterentwicklung der Spurensicherung in der Kriminalistik verdient.

Unter Kockels Ägide entstand auch der Institutsneubau in der Johannisallee, der in den letzten Jahren aufwendig saniert und mit modernster Technik ausgestattet wurde. In diesem Jahr sollen die Arbeiten in und an dem Gebäude abgeschlossen werden. Dort sowie auf dem Campus am Augustusplatz finden die Workshops und Vorträge der Tagung statt.

Von Mario Beck

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