Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Konfuzius-Institut feiert 10. Geburtstag - Leipziger Domizil besteht seit 2008
Leipzig Bildung Konfuzius-Institut feiert 10. Geburtstag - Leipziger Domizil besteht seit 2008
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:30 28.09.2014

Auch in deren Domizil in der Otto-Schill-Straße 1 wurde zünftig gefeiert: Zu erleben gab es "China mit allen Sinnen".

Die Räume des Instituts sind in einer der oberen Etagen des Hauses eher etwas versteckt gelegen. Am Sonntag machten Chefkoch Zhu Yuchen und seine Crew aber bereits im Erdgeschoss am Herd der Showküche Appetit auf Unbekanntes. Da ließen sich die Leipziger nicht lange bitten. Evelin Müller aus Grünau und Barbara Domagala aus Paunsdorf, beide Freundinnen asiatischer Kochkunst und erstmals im Konfuzius-Institut, wollten genau diese Seite Chinas kennenlernen. "Ich hab mich extra dafür aufs Rad gesetzt", sagte Müller. "Mich interessiert besonders die Tee-Zeremonie", ergänzte Domagala. Peggy Kröber und ihre Töchter Luciana (10) und Alva (6) sind eigens aus Plagwitz gekommen, weil die Mutter als Köchin sich speziell für die fremden Spezialitäten interessiert, aber auch sonst neugierig ist auf die fremde asiatische Kultur. Auf die Mädchen warteten unter anderem eine Märchenstunde und Bastelangebote.

Zur Galerie
Leipzig. Konfuzius-Institute in aller Welt feierten am Sonntag ihren zehnten Geburtstag. Seit 2004 in Seoul die erste Einrichtung dieser Art ins Leben gerufen wurde, sind 400 weitere hinzugekommen, im April 2008 die Leipziger. Auch in deren Domizil in der Otto-Schill-Straße 1 wurde zünftig gefeiert: Zu erleben gab es "China mit allen Sinnen".
Linus Schlüter, amtierender Geschäftsführer des Vereins, hatte genau diese Leipziger im Blick, als er das Programm für den Tag zusammenstellte. "Unsere Aufgabe ist es, Kulturarbeit für China im Ausland zu leisten, so wie die Goethe-Institute oder das Institut français das tun. Wir vermitteln also die chinesische Sprache, Schriftzeichen aber auch andere kulturelle Facetten bis hin zu kulinarischen Besonderheiten", so der 39-Jährige, der selbst zweieinhalb Jahre im Reich der Mitte lebte. Angesprochen würden dabei weniger die rund 1000 in und um Leipzig lebenden Chinesen oder Geschäftsleute, sondern vielmehr alle an China und Asien interessierten Leipziger. "Neben unserem Verein gibt es schließlich noch den Chinesischen Unternehmerverein Mitteldeutschland, den Deutsch-Chinesischen Freundschaftsverein und das Deutsch-Chinesische Zentrum Leipzig, die derartige Kontakte vermitteln."

Schlüter zur Seite stehen chinesische Lehrkräfte, die beispielsweise Projekttage zu China an Schulen mitgestalten oder Unterricht für Erwachsene geben. Als studentische Projektmitarbeiterin kommt Jule Würzebesser oft ins Institut. Die 20-Jährige studiert Sinologie an der Uni und hat ihr Herz für China entdeckt. "Nach dem Abitur habe ich ein Jahr an der deutschen Schule in Shanghai gearbeitet. Das war toll." Besonders für Geschichte "und das Essen sowieso" interessiere sie sich, erzählte die junge Frau aus Annaberg-Buchholz, die sich besonders um die Öffentlichkeitsarbeit des Instituts kümmere. Dreimal im Jahr erscheint ein Programm für jeweils ein Zwölf-Wochen-Semester, "mit vielen Angeboten für einen neuen Zugang zur Welt", wie Vereinschef Schlüter betonte.

Über die "aufgeschlossenen und sehr freundlichen Leipziger" freut sich dabei Ren Guo-Qiang. Der Professor für Germanistik ist seit Kurzem neuer Leiter des Instituts, eine Aufgabe, die er gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen, Professor Philip Clart, erfüllt. "Ich kenne Leipzig schon sehr lange. 1987 war ich mit einer Exkursion des Goethe-Instituts hier und werde nicht vergessen, wie schwarz alles war, zum Beispiel das Völkerschlachtdenkmal."

In kurzer Zeit habe sich die Stadt allerdings völlig verändert. "Leipzig gefällt mir jetzt sehr gut, es ist strahlend und sehr grün. Ich komme aus Peking, dort ist dagegen ein Betonwald." Leipzig sei als Messe- und Musikstadt in China durchaus ein Begriff. "Es ist eine kleine Metropole."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.09.2014

Cornelia Lachmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wurde er im frühen Mittelalter von Schiffen befahren oder blieb er eine Investruine der Karolingerzeit? War er genial konstruiert oder entsprang er bloßem Tatendrang? Wissenschaftler der Leipziger Uni gehen gemeinsam mit Experten der Universität Jena und anderen Forschungseinrichtungen dem sagenhaften Karlsgraben auf den Grund.

26.09.2014

Am zweiten Jahrestag der Novellierung des sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz haben die Studierenden erneut mehr Mitwirkungsrechte angemahnt. Angetrieben von der „Arroganz ihrer Macht“ habe die schwarz-gelbe Koalition der Studierendenschaft 2012 ihre Legitimations- und Verhandlungsgrundlage entzogen, erklärte Diana-Victoria Menzel, Sprecherin der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS), am Freitag.

26.09.2014

Er steht der staatlichen Studienakademie Leipzig gut zu Gesicht - der am Donnerstag auf dem Campus an der Schönauer Straße eingeweihte Bibliotheksneubau. Binnen 17 Monaten war der an den Fassaden mit viel Glas und auf dem Dach mit einer Photovoltaik-Anlage versehene Komplex unter der Projektleitung des sächsischen Staatsbetriebes für Immobilien- und Baumanagement (SIB) errichtet worden.

25.09.2014
Anzeige