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Kontakt per Kurzwelle in den Kongo - Planck-Institut betreibt eigene Funkstation

Kontakt per Kurzwelle in den Kongo - Planck-Institut betreibt eigene Funkstation

Funkbrücke im Dienst der Wissenschaft über eine Distanz von rund 6500 Kilometern: Am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Eva) wird die klassische Kurzwellentechnik eingesetzt, um permanenten Kontakt zu einem Forschungscamp im kongolesischen Salonga-Nationalpark zu halten.

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Komponenten der Funkstation am Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Dort, mitten im Dschungel, sind seit langem Experten des Institutes stationiert und erkunden das Verhalten und die Bestandsentwicklung von Bonobos.

Oft über Monate hinweg halten sich die Primatologen Gottfried Hohmann und Barbara Fruth, die Leiter des Projektes, vor Ort auf und koordinieren die Beobachtungs- und Untersuchungskampagnen. Ihre Basis nennt sich Lui Kotale und ist nicht mehr als eine Waldlichtung, auf der einige Hütten stehen. Im Herzen Afrikas befindet sich dieser Eva-Vorposten, abgeschnitten von Mobilfunknetzen. Auch der Kommunikation per Satellitentelefon sind Grenzen gesetzt, bei Starkregen kommt keine Verbindung mit dem Eva-Stammsitz am Deutschen Platz in Leipzig zustande. Und es gießt oft wie aus Kannen in Lui Kotale.

"Wir haben uns auf den guten alten Kurzwellenfunk besonnen, um eine stabile Verbindung zu gewährleisten", erklärt Institutsreferent Jörg Noack. "Und das hat sich mittlerweile bewährt." Als vor einigen Jahren die Frage im Raum stand, wie die Kommunikation zwischen Lui Kotale und Leipzig möglichst kostengünstig und sicher bewerkstelligt werden könnten, ging Noack in die Spur und bekam von einem Spezialisten einen heißen Tipp.

Denn Emil Ott aus dem bayerischen Kelheim war mit der Materie wohlvertraut. "Er hatte einst für das Max-Planck-Institut in Seewiesen eine Kurzwellenverbindung in den Kongo eingerichtet und empfahl mir, dies - als beste aller Varianten - wieder zu tun", erzählt Noack. Bei Funkamateuren des Leipziger Ortsverbandes S 37 holte er weiteren Rat ein, setzte sich auf die Schulbank und erwarb die Berechtigung zum Betrieb einer Funkstation.

Von der Bundesnetzagentur bekam das Planck-Institut drei Frequenzen für den festen Funkdienst zugeteilt, dann wurde die Hardware installiert. Seitdem ist die Dachlandschaft des Institutes mit zwei Antennen bestückt, einer handelsüblichen und einer Spezialanfertigung der hiesigen Firma Ele-Sat, die sich als die bessere Antenne erwiesen hat.

Das eigentliche Funkgerät wiegt nur vier Kilogramm, hat eine Sendeleistung von 100 Watt und arbeitet rund um die Uhr im autonomen Betrieb. Zu Noacks technischer Ausstattung gehört noch ein Pactor-Controller, der den Datentransfer via Kurzwelle übernimmt. Über die gleiche Anlage verfügen die Wissenschaftler in dem Camp in der Demokratischen Republik Kongo. Bis zu 50 E-Mails kursieren täglich zwischen Lui Kotale und dem Institut.

"Vor allem der Austausch wissenschaftlicher Informationen läuft über diesen Kanal, aber auch Botschaften an die Familie und Freunde in der Heimat werden übermittelt", sagt Noack. Direkt sprechen lässt sich auf dem Funkweg allerdings nicht: "Der elektromagnetische Störnebel über dem Institut drückt da den Empfang weg."

Mit anderen Afrika-Teams der Eva-Abteilung für Primatologie, die unter anderem noch im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste eine Forschungsstation betreibt, kann ohne Kurzwelle kommuniziert werden. "Es gibt auf dem Kontinent gute Mobilfunknetze, im Taï-Nationalpark müssen unsere Wissenschaftler aber manchmal auf einen Berg steigen, um ordentlichen Handy-Empfang zu bekommen", berichtet Noack.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2014

Mario Beck

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