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"Konturstarkes Bild nach innen und außen" - HTWK-Rektorin Lieckfeldt im LVZ-Interview

"Konturstarkes Bild nach innen und außen" - HTWK-Rektorin Lieckfeldt im LVZ-Interview

Im Festsaal des Neuen Rathauses wurde am Dienstag die feierliche Investitur von Renate Lieckfeldt, die seit 1. Juli die Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) leitet, vollzogen.

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Porträt von Prof. Renate Lieckfeldt - Rektorin der HTWK Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die letzten Monate seien sehr arbeitsintensiv gewesen, sagte die Professorin zuvor im Interview mit der Leipziger Volkszeitung (LVZ): "Eine Sommerpause gab's nicht."

Frage: Sie sind seit 1. Juli im Amt und ihre feierliche Investitur geht morgen im Festsaal des Neuen Rathauses über die Bühne. Mit dem Thomanerchor unter Kantor Christoph Biller. Hat der Auftritt damit zu tun, dass Ihr Sohn Mitglied des Chores ist?

Renate Lieckfeldt: Er ist vor zwei Jahren Thomaner geworden, zu der Zeit als ich noch an der Hochschule in Gelsenkirchen war. Es gab über den Chor eine familiäre Verbindung nach Leipzig, die mich dann noch bestärkt hat, mich für das Rektoramt zu bewerben. Wenn Professor Biller mit 30 Thomanern die Investitur künstlerisch umrahmt, dann ist das wunderbar und eine Ehre für die Hochschule und für mich selbst.

Wenn Sie die Wochen Revue passieren lassen, seit Sie an der Spitze der HTWK stehen - welche Weichen konnten Sie schon stellen und wo klemmt es?

Die zwei Prorektorenstellen konnten zügig neu besetzt werden, ein solches funktionierendes Rektoratskollegium war mir sehr wichtig. Seit August ist auch der Hochschulrat wieder komplett, es gibt also keine Vakanz bei den Gremien mehr. Anhängig ist natürlich das große Thema der Hochschulentwicklung. Bis Ende des Jahres müssen wir dem Wissenschaftsministerium ein möglichst schlüssiges Zukunftskonzept vorlegen, das bis 2020 reicht. Damit haben wir uns über den gesamten Sommer hinweg befasst. Eine Sommerpause gab's also nicht und der Diskurs dauert an. Er ist sehr produktiv, viele bringen sich ein - auch über einen speziellen Blog im Intranet der HTWK.

In welche Richtung soll es strategisch gehen?

Zum einen geht es um die engmaschigere Vernetzung mit anderen Hochschulen der Stadt und den hier ansässigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Zum anderen wollen wir das Profil der HTWK schärfen. Es geht um ein konturstarkes Bild nach innen und außen. Festgelegt werden auch die Ziele in Lehre, Forschung, Weiterbildung, Internationalisierung und Gleichstellung.

Wenn der Hochschulentwicklungsplan vom Landtag gebilligt wird, dann würde das auch bedeuten, dass weitere Personalkürzungen auf die Hochschulen zukommen. Im Falle der HTWK wären es 14 wegfallende Stellen bis 2015. Machen Sie es so wie an der Uni und stoppen laufende Berufungsverfahren?

Das hat mein Amtsvorgänger schon vorausschauend gemacht, denn das Kürzungsthema ist ja schon viel länger unterwegs. Wir wollen nun konzeptionelle Entscheidungen herbeiführen, so dass klar ist, wo die Stellen, die wir sparen müssen, wegfallen. Im Gegenzug sollen die ausgesetzten Berufungen schnell erfolgen, damit endlich Planungssicherheit herrscht und nicht mehr mit Vertretungsprofessuren oder Lehraufträgen über die Runden gekommen werden muss. Allen ist bewusst, dass die Last der Stellenkürzungen getragen werden muss - über das Wie im Zuge der perspektivischen Schwerpunktsetzung wird gerungen.

In den letzten Jahren ging die Zahl der Immatrikulationen beständig nach oben. Hält der Trend an?

Was die Nachfrage betrifft, so ist sie weiter gestiegen. 2010 gab es rund 10400 Bewerber, jetzt sind es 11600. Zulassen können wir aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen aber nicht so viele Bewerber wie im letzten Jahr. Zugelassen wurden 2010 rund 4100 Studenten, in diesem Jahr sind es etwa 3600. Wie viele sich davon einschreiben, ist noch nicht klar. Ich rechne mit einer geringfügigen Absenkung der Immatrikulationen im Vergleich zum Vorjahr: Da waren es etwa 1800 Erstsemester. Angesichts des schon spürbaren Fachkräftemangels speziell im Ingenieurbereich halte ich es aber für höchst bedenklich, wenn bei den entsprechenden Ausbildungsressourcen gespart werden soll.

Baulich soll für die Maschinenbauer ein neues Fakultätsgebäude auf dem Campus in Connewitz entstehen. Gibt es Abstriche an diesem Plan?

Das Gebäude soll 2014 für die Nutzung zur Verfügung stehen. Gegenteiliges ist mir nicht bekannt.

Der Freistaat fährt aber die Investitionen für den Hochschulbau zurück ...

... was beispielsweise dazu geführt hat, dass wir das Projekt eines Student-Welcome-Centers zurückstellen mussten. Die Idee eines solchen kompakten Service-Zentrums werden wir aber weiter verfolgen. Man muss anerkennen, dass der Freistaat in der Vergangenheit für eine sehr gute Infrastruktur an der HTWK gesorgt hat. Wir stoßen aber trotzdem an Grenzen, wenn es etwa um die Unterbringung von Wissenschaftlern geht, die über so genannte Drittmittel finanziert werden. Das sind momentan über 150.

Das Einwerben von Forschungsgeldern war nicht immer eine Stärke der HTWK.

In den letzten Jahren hat sich da viel getan und wir versuchen weitere Förderquellen aufzutun, wenn auch bei bestimmten EU-Projekten die Förderwilligkeit etwas gesunken ist.

Der Bund gibt im Rahmen der Deutschland-Stipendien Geld für besonders leistungsstarke Studenten. Die Hochschulen müssen das aber kofinanzieren. Hat die HTWK dafür schon Sponsoren gefunden?

Ich habe gesagt, entweder wir kriegen das bis zum November zum Laufen oder die Sache ist durch. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich sagen, dass einige Spender ihre Bereitschaft signalisiert haben. Fast alle, die ich bisher persönlich angesprochen habe, haben eine Stipendienzusage gegeben. Unsere Suche wird jetzt intensiviert und professionalisiert.

Ein guter Tag ist einer mit einer guten menschlichen Begegnung, haben Sie einmal gesagt. Wie viele Tage seit ihrer Amtsübernahme waren gut?

Sehr viele, weil es an der Hochschule ein erhebliches kreatives Potenzial gibt und der Blick nach vorn gerichtet ist.Die Hochschulangehörigen wollen gestalten - und wenn man sich vertrauensvoll und ehrlich begegnet, ist es eine gute menschliche Begegnung. Auch was die Kontakte zu meinen Amtskollegen an anderen Leipziger Hochschulen angeht, hat es schon eine Reihe substanzieller und kollegialer Gespräche gegeben.

Interview: Mario Beck

LVZ vom 26. September

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