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Kultusministerin an Leipzigs Uni mit Forderungskatalog konfrontiert

Kultusministerin an Leipzigs Uni mit Forderungskatalog konfrontiert

Die Kommilitonen kamen in Scharen, deshalb musste beim gestrigen Forum zum Lehrernachwuchs für Sachsen an der Leipziger Uni kurzfristig umdisponiert werden: Statt im kleineren Hörsaal 8 am Campus am Augustusplatz ging die Diskussionsrunde mit Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) im Auditorium maximum über die Bühne.

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Lehrer werden in Sachsen - im Podium an der Leipziger Uni stehen Rede und Antwort (von links): Bela Belafi, Petra Zeller, Angela Bachmann, Staatsministerin Brunhild Kurth sowie Christoph Genzel.

Quelle: Andreas Doering

Als Willkommensgruß für das Publikum gab es an der Eingangstür ein druckfrisches Positionspapier, das der hiesige Uni-Studentenrat sowie Fachschaftsräte der Universitäten in Dresden und Chemnitz formuliert hatten. Auf vier Seiten werden darin Forderungen zur Verbesserung der Lehramtsstudien, der Referendariate und der Einstellungspraxis für Absolventen im Freistaat aufgelistet. Von einer Massenabfertigung bei der Lehrerausbildung ist beispielsweise die Rede, von zu geringer Verzahnung zwischen Theorie und Praxis und von einer Ausbildungsstruktur, die am tatsächlichen Bedarf vorbei geht.

Kurth sagte, es gehe ihr um den produktiven Dialog auch zu kritischen Punkten. "Dafür bin ich ja hier." Es dürfe weder rosarot noch schwarz gemalt werden. Fakt sei, dass der Freistaat mit seinem Bildungspaket die Weichen dafür gestellt habe, dass der anstehende Generationswechsel bei der Lehrerschaft gemeistert werden könne. Dies betreffe sowohl den massiven Ausbau der Lehramtsstudiengänge und der Referendariatsangebote als auch die Erweiterung des Einstellungskorridors für junge Pädagogen. 2013 hätten rund 1000 Absolventen ihre Arbeit an Schulen in Sachsen aufgenommen, künftig würden es bis zu 1500 jährlich sein, um das Ausscheiden "verdienstvoller Kollegen" zu kompensieren. Bis 2030 verabschieden sich drei Viertel der rund 30 000 Pädagogen an Sachsens staatlichen Schulen in den Ruhestand. Kurth warb dafür, dass mehr Absolventen ihre berufliche Zukunft an Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum suchen. Die Chance, dort eine Anstellung zu finden, sei erheblich besser als in den Großstädten.

Jenseits der Ballungsräume gebe es großen Bedarf, sekundierte der Chef der sächsischen Bildungsagentur Béla Bélafi. Er wies darauf hin, dass sich gegenwärtig "leider" 75 Prozent der Absolventen mit Erstwunsch für eine Lehrerstelle in den Städten Leipzig, Dresden oder Chemnitz bewerben und viele auch keinen Zweitwunsch angeben würden, der den ländlichen Raum betreffe. Aus den Reihen der Studierenden hieß es, die Beschäftigungsofferten für Regionen wie das Erzgebirge, Nordsachsen oder die Lausitz müssten attraktiver gemacht werden, etwa durch kostenfreie Kita-Plätze oder vergünstigt bereitgestellten Wohnraum für Junglehrer-Familien.

Heißes Thema der Debatte waren ebenso befristete Anstellungsverhältnisse, mit denen Sachsen aus Sicht der Studenten den Lehrernachwuchs in die Abwanderung treibe. Bélafi setzte dem entgegen, dass hier momentan 80 Prozent der neuen Lehrer eine Festanstellung bekommen und 2013 rund 100 befristet Eingestellte dauerhaft in den Schuldienst übernommen wurden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2014
Beck, Mario

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