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Bildung Launiges und Tragisches aus 1000 Jahren - Stadtführer Ringel veröffentlicht Buch
Leipzig Bildung Launiges und Tragisches aus 1000 Jahren - Stadtführer Ringel veröffentlicht Buch
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15:34 17.07.2015
Das neue Leipzig-Buch des Stadtführers Sebastian Ringel. Quelle: lox
Leipzig

Mediziner besprühten die Betroffenen mit Essig, schnitten die Geschwüre auf, reinigten die Luft mit Feuer - und blieben dennoch machtlos. Dass Rattenflöhe die Krankheit übertrugen, ahnte damals niemand.

Das ist eine jener urbanen Katastrophen, die Leipzig in seiner Geschichte heimgesucht haben. Stadtführer Sebastian Ringel erzählt bei seinen Führungen davon. Nun hat er einen Erzählband geschrieben, der die Historie der sächsischen Messestadt unterhaltsam zusammenfasst. Das Buch "Die ganze Welt im Kleinen. Leipziger Geschichten aus 1000 Jahren", das bei Edition Leipzig erschienen ist, enthält - wie bei Gästeführern üblich - Geschichten zur Geschichte. Anlass ist dabei natürlich jener nicht allzu gemütliche 20. Dezember 1015 im Mittelalter, der sich später einmal als sehr wichtig erweisen sollte, weil ein gewisser Thietmar von Merseburg eher zufällig Leipzig erwähnte. Als "topografische Beigabe einer Todesanzeige", wie Ringel schreibt. Ein wenig macht er sich schon lustig, auch bei seinen Visionen fürs Jahr 2030. Dann könnte Leipzig bereits 2000 Jahre alt werden, falls zufällig antike Reisebeschreibungen in den Geheimarchiven des Vatikans gefunden werden.

Wie dem auch sei. Ringel berichtet durchaus lesenswert über vielfältige Details aus der Geschichte der Stadt, die bekannt oder längst vergessen sind. Luthers Auftritte, Goethes Studienzeit, der lange Tod des damals verkannten Genies Bach oder der steife Finger von Robert Schumann tauchen ebenso auf wie Dietrich der Bedrängte oder Studentin Angela Merkel, die sich beim Ausgraben der Moritzbastei als "verspätete Trümmerfrau" betätigte.

Der Autor widmet sich auch der Zeit zwischen Krisen und Kriegen im 20. Jahrhundert und beschreibt, wie Walter Ulbrich unsere Städte und Dörfer schöner werden lassen wollte. Etwa als die Sprengmeister an den Karl-Marx-Platz beordert wurden und das Augusteum und die Paulinerkirche verschwinden mussten. Das war eines der tragischsten Ereignisse der Leipziger Nachkriegsgeschichte. Vieles kann nur an- getippt werden. Geplant ist auch eine Stadtentdeckertour zum Buch.

Das Buch hat 224 Seiten und kostet 24,95 Euro. ISBN 978-3361006997.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2015

Orbeck, Mathias

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