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Lehrbeauftragte in Leipzig auf Protestkurs – Aktionstag mit Demo und Podiumsdebatte

Lehrbeauftragte in Leipzig auf Protestkurs – Aktionstag mit Demo und Podiumsdebatte

Im Zuge eines bundesweiten Aktionstages machen am Donnerstag auch in Leipzig Lehrbeauftragte auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Ab 10 Uhr gibt es Info-Tische auf dem Campus am Augustusplatz sowie in der Hochschule für Musik und Theater (HMT).

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Auf dem Campus Augustusplatz werden am Donnerstag Info-Tische aufgestellt. (Symbolfoto)

Quelle: Julia Reinard

11 Uhr startet an der Moritzbastei eine Demo und ab 12 Uhr eine Podiumsdebatte in der HMT. Initiatoren sind die Lehrbeauftragten-Initiative und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Vom sächsischen Wissenschaftsministerium (SMWK) fordern die Honorarkräfte die Schaffung von mehr sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen und die Anhebung der Honorare für die Lehrbeauftragten. Auch an der akademischen Selbstverwaltung und den Personalräten möchten sich die "Dozenten zweiter Klasse" beteiligen können. "Im sächsischen Hochschul-Freiheitsgesetz heißt es, dass Lehraufträge zur Ergänzung des Lehrangebotes erteilt werden können", erklärt Diana Authman, die als Lehrbeauftragte für Interkulturelle Kommunikation Arabisch am hiesigen Uni-Sprachenzentrum tätig ist. "Mittlerweile ist es aber so, dass Kernbereiche der Lehre von Honorarkräften abgedeckt werden", so die Orientalistin.

Etwa 700 Lehrbeauftragte unterrichten derzeit an der Uni. In den Jahren 2010 bis 2012 erbrachten sie laut SMWK einen Anteil am Gesamtlehrangebot von 17,6 Prozent. An der HMT sind die Zahlen noch drastischer: Mehr als 300 Honorarkräfte erteilten in demselben Zeitraum 47,4 Prozent des Unterrichts. Den Studenten entstehen dadurch, wie es heißt, keine Nachteile. Denn "hinsichtlich der Qualität des Unterrichts" gibt es, zumindest im Sprachenzentrum der Uni, "keine Unterschiede zwischen Lehrbeauftragten und fest angestellten Mitarbeitern", so der Leiter der Einrichtung, Olaf Bärenfänger.

Allerdings müssen die Lehrbeauftragten trotz guter Qualifizierung und teils jahrelanger Berufserfahrung zu viel schlechteren Konditionen arbeiten als ihre fest angestellten Kollegen. "Bezahlt wird die reine Unterrichtszeit. Vor- und Nachbereitung, Korrekturen von Klausuren, Gespräche oder E-Mail-Kontakte mit Studenten, Verwaltungsarbeiten, all das leisten wir unentgeltlich", sagt Mechthild Winter, Lehrbeauftragte für Alte Musik an der HMT. Während der Semesterferien, bei Krankheit, im Urlaub oder im Mutterschutz gebe es kein Geld. Und selbst das Ergänzen des Honorars durch andere Tätigkeiten werde erschwert. "Erst in der ersten Semesterwoche weiß ich, wie viele Stunden ich in den kommenden Monaten unterrichten werde. Da ist nichts anderes planbar", schildert Italienisch-Dozent Daniel Siegmundt die Situation.

Auf die Frage, warum sie sich nicht einfach nach einem anderen Job umsieht, wenn der als Honorarkraft so schlecht bezahlt sei, meint Mechthild Winter: "Neun Jahre lang habe ich Klavier und Cembalo studiert. Ich mache meinen Beruf mit Leidenschaft. Und gebraucht wird meine Arbeit ja offensichtlich, denn seit 18 Jahren bekomme ich jährlich einen neuen Lehrauftrag. Nur angemessen bezahlen will ihn keiner." Ein Lehrauftrag an einer Hochschule sei für Berufsanfänger zunächst verlockend, berichten die Freiberufler. "Wenn man dann nach ein paar Jahren merkt, dass man sich nicht vorwärts bewegt hat, ist das allerdings frustrierend", so Mechthild Winter. Deutschlandweit gibt es 90 000 Lehrbeauftragte an Hochschulen. In den letzten 15 Jahren hat sich ihre Zahl verdoppelt. Das Durchschnittshonorar für eine Unterrichtseinheit von 45 Minuten am Uni-Sprachenzentrum liegt bei 20 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2014.

Katrin Kleinod

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