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Bildung Lehrer-Warnstreik: 75 Prozent der Schulen betroffen – Kundgebung in Leipzig
Leipzig Bildung Lehrer-Warnstreik: 75 Prozent der Schulen betroffen – Kundgebung in Leipzig
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19:15 09.03.2015
Leipzig

In Leipzig beginnt die Aktion gegen 10 Uhr auf dem Augustusplatz, bei der die Kernpunkte des Tarifkonflikts vorgetragen werden. Unter die Streikenden wird sich auch die Deutsch- und Mathematiklehrerin Ines Hartmann von der Leipziger Christoph-Arnold-Schule mischen. Die 46-Jährige ist seit 1989 im Schuldienst tätig. Die bundesweite, nicht tarifliche festgeschriebene Entlohnung, die sie am Mittwoch anprangern wird, macht sich nicht zuletzt in ihrem Arbeitsalltag bemerkbar: „Es herrscht Ungerechtigkeit bei den Kollegen, die dieselbe Arbeit machen, aber nicht dasselbe Geld bekommen.“

Neben den Kundgebungen kann es an einzelnen Schulen ganztägig zu Ausfällen und Einschränkungen kommen. Im ehemaligen Regierungsbezirk Leipzig gibt es etwa 300 Schulen (19 Berufsschulen, 29 Förderschulen, 31 Gymnasien, 57 Oberschulen und 166 Grundschulen) und 8000 Lehrer. GEW-Sprecherin Uschi Kruse geht davon aus, dass an 75 Prozent der Schulen kein regulärer Unterricht stattfinden wird. Es werde eine Art Notdienst geben, der die Schüler vor Ort betreut. Eltern seien bereits in Briefen darüber informiert, ihre Schützlinge an diesem Tag bestenfalls zu Hause zu lassen. Inwiefern sich der Warnstreik auf Schulschließungen auswirkt, sei nicht absehbar. Laut Roman Schulz von der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig wurde an die Schulleitungen appelliert, ein Betreuungsangebot zumindest für Grundschüler sowie Abitur- und Prüfungsklassen zu organisieren.

Sachsen zählt gegenwärtig 1346 Schulen mit etwa 30.000 Lehrern. Der letzte flächendeckende Warnstreik der Lehrer fand im Freistaat im Jahr 2012 statt – aus vergleichbaren Gründen. Zentrale Forderungen seitens der GEW betreffen die Einführung einer tariflichen Lehrer-Entgeltordnung, die bisher immer verwehrt wurde. Zudem wird eine Einkommenserhöhung um 5,5 Prozent gefordert, mindesten jedoch um 175 Euro. Die Gewerkschaft wehrt sich auch gegen Eingriffe in die Modalitäten der betrieblichen Zusatzrente. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 16. März anberaumt.

Victoria Graul

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