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Lehrer warnen: Budget für Kopien und Arbeitshefte ist zu knapp

Lehrer warnen: Budget für Kopien und Arbeitshefte ist zu knapp

Leipziger Grundschullehrer sind besorgt: Von Eltern dürfen sie kein Geld mehr für Arbeitshefte und Kopien verlangen. Doch das Budget reicht hinten und vorne nicht.

Deshalb wenden sich viele mit einem Hilferuf an Stadtverwaltung und Fraktionen. Im Oktober 2012 hat der Stadtrat 1,38 Millionen Euro bewilligt, um für 47334 Schüler Lernmittel bereitstellen zu können. Dieser reagierte auf ein Urteil des sächsischen Oberverwaltungsgerichtes. Es verfügte, dass Schulträger nicht berechtigt sind, Kopierkosten für Unterrichtsmaterial sowie Geld für Arbeitshefte von den Eltern zu erheben. Nun haben die Bildungsstätten ihr Budget fürs neue Schuljahr erhalten. Vorgesehen sind 29 Euro pro Schüler für Arbeitshefte, ein Euro für Kopien. Bei Gymnasien und Mittelschulen sogar noch weniger. "Das reicht nicht, um den Unterrichtsbetrieb in der bisherigen Qualität fortzuführen", sagt Ute Köhler-Siegl. Als Grundschullehrerin weiß sie das aus erster Hand, als SPD-Stadträtin hat sie auch Beschwerden vieler Kollegen auf dem Tisch. Auch "ihre" Grundschule am Auwald wandte sich mit einem Brief, der der LVZ vorliegt, ans Rathaus. "Die vorgeschlagene Budgetierung für Arbeitshefte und vor allem die Verringerung der Mittel für Kopien schränkt unsere Arbeit deutlich ein. Es wird zu einer dramatischen Reduzierung der Unterrichtsqualität kommen", heißt es darin. Benötigt werden Arbeitshefte für Deutsch, den Sachunterricht, Mathematik und Englisch. Im Vorjahr gab es zirka 36 Euro pro Schüler. Weil die gesetzliche Regelung neu war, haben viele Eltern die Arbeitshefte noch selbst bezahlt. Davon kann nun nicht mehr ausgegangen werden.

Auch für Kopien macht das Kollegium eine einfache Rechnung auf. Im Jahr 2012 hatte es dafür 1960 Euro zur Verfügung, da von jedem der 392 Schüler fünf Euro eingesammelt wurden. Künftig soll die Bildungsstätte mit 400 Euro für 420 Schüler auskommen. "Es reicht einfach nicht. Oft gibt es eine Kopie für vier Schüler, die wieder eingesammelt wird", bestätigt Marianne Küng-Vildebrand, eine betroffene Mutter von der Grundschule am Floßplatz. Köhler-Siegel: "Das Problem scheint hauptsächlich Grundschulen zu betreffen. Beschwerden aus Mittelschulen und Gymnasien kenne ich nicht."

Margitta Hollick, die für die Linken im Schulausschuss sitzt: "Das Budget wurde künstlich nach unten gerechnet. Ich habe es von vornherein angezweifelt." Denn Leipzig sei deutlich unter den Empfehlungen des Deutschen Städtetages geblieben. Hinzu kommt: Der von den Schulleitern angemeldete Bedarf für 2013 sei wesentlich höher gewesen. "Die Stadt setzt offenbar darauf, dass viele Eltern freiwillig Arbeitshefte kaufen", sagt Hollick, die eine Anfrage im Stadtrat stellen will.

Thomas Schmidt, amtierender Chef des Jugendamtes: "Wir haben das Budget erheblich erhöht. Mehr geht im Moment nicht." Die Stadt rechnet mit 60 Euro pro Schüler - allerdings sind da auch Klassensätze und andere Lehrmaterialien drin. Mittlerweile gibt es ein neues Urteil, dass Schulträger einen grafikfähigen Taschenrechner bezahlen müssen, der vom Lehrplan vorgeschrieben wird. Das ist aber noch nicht rechtskräftig. "Da will ich nicht orakeln", so Schmidt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.04.2013

Mathias Orbeck

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