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Bildung Lehrerstreik: In Leipzig fällt am Freitag Unterricht aus – „Schlimmeres verhindern“
Leipzig Bildung Lehrerstreik: In Leipzig fällt am Freitag Unterricht aus – „Schlimmeres verhindern“
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14:09 04.09.2012
Die GEW, Lehrerverbände und Beamtenbund kämpfen für einen Demografie-Tarifvertrag. Quelle: dpa
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Leipzig

Die Rückmeldungen aus Leipzig seien „sehr gut“, sagte Sabine Gerold, Vorsitzende der GEW Sachsen, gegenüber LVZ-Online.

Damit die Lehrerschaft nicht überaltert, der Nachwuchs im Gegenzug bessere Chancen bekommt, wollen die Initiatoren mit dem Freistaat einen Demografie-Tarifvertrag aushandeln. Von den rund 32.000 Pädagogen an öffentlichen Schulen in Sachsen seien rund ein Drittel 55 Jahre und älter, so Gerold. Das Ministerium soll nun klären, wie die Beschäftigtenstruktur unter Sachsens Lehrern wirklich aussieht und ein Tarifvertrag neue Altersteilzeitlösungen anbieten. „Die Älteren wollen für die Jungen Platz machen, aber das darf nicht um den Preis persönlicher Einbußen geschehen“, so Gerold.

Bisher hätte der sächsische Finanzminister Georg Unland (CDU) Vorstöße nach einem Demografie-Tarifvertrag immer wieder zurückgewiesen. Jetzt wollen die Akteure mit dem Streik und einer zentralen Kundgebung am Freitag um 11 Uhr vor dem Dresdner Landtag ein Zeichen setzen – pünktlich zum Auftakt der Haushaltsverhandlungen.

Landeselternrat: "Wir müssen Schlimmeres verhindern"

Zu Beginn des Schuljahres hatte Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) angekündigt, das mit 650 neuen Lehrkräften so viel junge Lehrer eingestellt würden, wie in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr. Andreas Hellner, Vorsitzender des Landeselternrates (LER), hält das nicht für ausreichend: „Dadurch werden nur die Lehrer kompensiert, die in Rente gehen." Der aktuelle Haushaltsentwurf berücksichtige nicht, dass die Schülerzahlen weiter steigen, so Hellner. Ein verlorener Schultag für den Warnstreik ist deshalb für den LER das kleinere Übel: „Wir müssen lautstark etwas tun, damit Schlimmeres vermieden wird“, ist Hellner überzeugt.

Kultusministerium lehnt Streik ab: "Grenze überschritten"

Das Kultusministerium in Dresden zeigte "Verständnis für die Forderungen, mehr Anreize für Lehrer in Sachsen zu schaffen", so Sprecher Dirk Reelfs auf Anfrage von LVZ-Online. Über das Monetäre hinaus, müssten aber insgesamt die Rahmenbedingungen im bundesweiten Wettbewerb verbessert werden. Auch die Kommunen könnten hier aktiv werden, zum Beispiel günstigen Wohnraum für Lehrer zur Verfügung stellen. Gleichzeitig lehnte das Ministerium den Streik ab: Mit der Aktion so kurz nach Schuljahresbeginn und dem damit verbundenen Unterrichtsausfall hätten die Gewerkschaften und Verbände "klar eine Grenze überschritten."

Den geplanten Lehrer-Warnstreik wollte Roman Schulz, Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig, nicht weiter kommentieren, „der ist legitim“, sagte er. Trotzdem müsse man die Frage in den Raum stellen, ob der Zeitpunkt direkt zum Schuljahresbeginn „zielführend“ sei.

GEW: "Lassen kein Kind vor dem Schultor stehen"

Wie viele der mehr als 130 Leipziger Schulen am 7. September keinen Unterricht nach Plan anbieten werden, steht noch nicht fest. Aus dem Ministerium hieß es, die Schulleiter würden informiert, dass sie für die Betreuung der Schüler Sorge tragen müssten. Für die Erstklässler strebt das Ministerium eine "Schonbereich" an: "Hier sollte Unterricht stattfinden", so Reelfs.

Die Streik-Initiatoren hatten dem Kultusministerium schriftlich Verhandlungen über Sonderregelungen für Erstklässler angeboten. „Schulunterricht wird es nicht geben, wir bitten darum, dass die Eltern womöglich ihre Kinder zu Hause lassen. Aber wir lassen auch kein Kind vor dem Schultor stehen“, so Sabine Gerold von der GEW Sachsen. Die Verhandlungen mit dem Ministerium dauerten am Dienstag Nachmittag noch an.

Evelyn ter Vehn

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