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Leibniz-Forscher bekommen neues Hightech-Labor

Leipziger Forschungsinstitut Leibniz-Forscher bekommen neues Hightech-Labor

Kratzfeste Möbeloberflächen, intelligente Fensterscheiben, selbstreinigende Autofelgen - Leibniz-Forscher in Leipzig werkeln an neuen Materialien. Hochenergiestrahlung macht’s möglich. Das Leibniz-Institut für Oberflächenmodifikation (IOM) in Leipzig nimmt in dieser Woche ein neues Hightech-Labor für Materialforschung in Betrieb.

Labor des Leibniz-Instituts in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Das Leibniz-Institut für Oberflächenmodifikation (IOM) in Leipzig nimmt in dieser Woche ein neues Hightech-Labor für Materialforschung in Betrieb. Herzstück ist ein Elektronenbeschleuniger, der für rund vier Millionen Euro installiert wurde. Mit dem Gerät könnten verschiedene Materialien so bearbeitet werden, dass sie ganz neue Eigenschaften entwickeln, sagte der Vize-Direktor des Instituts, Professor Bernd Abel.

Zum Beispiel könnten die Leibniz-Forscher mit dem hochenergetischen Elektronenbeschuss gelblichen Diamanten eine begehrte rote Farbe verleihen oder Polymeroberflächen von Möbeln so bearbeiten, dass sie extrem robust und kratzfest sind, aber trotzdem die Illusion eines unbehandelten Holzes bieten. "Wir wollen aber nicht in den Diamantenhandel gehen, wir wollen nichts fälschen“, sagte Abel. Aufgabe des Leibniz-Instituts sei eine anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Die Möbel-Behandlung zum Beispiel könne als Technologie an die Industrie verkauft werden. Auch sogenannte intelligente, sich selbst verdunkelnde Fensterscheiben oder selbstreinigende Autofelgen seien Zukunftsthemen.

Das neue Hertz-Applikationslabor mit dem Elektronenbeschleuniger wurde in einem regelrechten Bunker in einem Kellerraum errichtet. Vier Meter dicke Mauern umgeben das Gerät, eine knapp meterdicke Betondecke wird oberirdisch zusätzlich von zweieinhalb Metern Erde bedeckt. Das sei aus Strahlenschutzgründen nötig, sagte Abel. Finanziert wurde der Elektronenbeschleuniger mit Bundes- und Landesmitteln. Das leistungsfähige Gerät sei weltweit fast einzigartig. „Es gibt sicher nicht fünf weltweit, die das Gleiche können“, sagte der Wissenschaftler. Die offizielle Eröffnung des Labors ist für den 17. Juni geplant.

(mit dpa)

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