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Leipzig verabschiedet sich von Container-Kitas - Pläne für Systembauweise beerdigt

Leipzig verabschiedet sich von Container-Kitas - Pläne für Systembauweise beerdigt

Es sollte eine Superwaffe im Kampf gegen den Mangel bei Kita-Plätzen werden. Schnell, flexibel und preisgünstig. Doch die Stadt Leipzig beerdigt jetzt ihre Pläne, drei neue Kindereinrichtungen mit 410 Plätzen aus vorgefertigten Modulen zu errichten.

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Kita in Container-Bauweise. (Archivfoto)

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Stattdessen wird klassisch gebaut.

Zumindest für die beiden großen kommunalen Vorhaben mit jeweils 165 Plätzen ist nun klar, dass sie nicht in Container- oder Systembauweise entstehen. Die Grundstücke liegen an der Bornaischen Straße 184 (nahe Helenenstraße) sowie Gohliser Straße 5 (nahe Lumumbastraße). Erst im April hatte der Stadtrat dafür Planungsbeschlüsse mit Kosten von über 2,5 Millionen Euro pro Kita gefasst. Damals war noch eine "modulare Bauweise" vorgesehen, was sowohl Container- als auch Systembauweise bedeuten kann. Das Ziel so oder so: die Zeit bis zur Fertigstellung zu verkürzen.

Inzwischen habe aber das Amt für Gebäudemanagement die Sache überprüft, bestätigte dessen Leiter Raimund Krell gestern auf LVZ-Anfrage. Ergebnis: Eine schlichte Container-Kita würde mindestens genauso viel kosten wie ein klassisch errichtetes Haus. Bei einer Systembauweise, die ebenfalls hauptsächlich aus Beton vorgefertigte Teile nutzt, aber mehr Abweichungen von den stets gleichen Containermaßen ermöglicht, liege der Preis sogar deutlich höher. "Deshalb haben wir in dieser Woche mit der Planung für klassische Bauten begonnen", sagte Krell. "Angenehmer Nebeneffekt: Die Nutzungsdauer der fertigen Objekte beträgt dann nicht nur 35 oder 40 Jahre, sondern 100 Jahre oder länger."

Noch offen sei, was mit dem dritten Standort für eine neue kommunale Kita in der Haydnstraße geschieht. Dort sollen für reichlich 1,2 Millionen Euro 80 Plätze entstehen. Die Realisierbarkeit konnte bislang aber nicht abschließend geklärt werden, erläuterte der Amtsleiter. Zusätzliche Kosten erzeuge der ganze Kurswechsel nicht. "Bei Modulen erfolgt die konkrete Bauplanung erst durch den Fertigteilanbieter, der den Auftrag in einer Ausschreibung erhält. Die Ausschreibung hat noch nicht begonnen."

Großer Vorzug einer Container-Lösung ist der Zeitgewinn, der bis zu zwölf Monate betragen kann. Mit einem Baukastensystem lässt sich eben schneller planen. Lange Winter oder Dauerregen spielen kaum eine Rolle, weil die Fertigteile vor Ort nur noch zusammengefügt werden. Ziel der Stadt ist, ihre neuen Kitas bis 31. Dezember 2014 fertigzustellen, sagte Heike Förster vom Jugendamt. Das sei wegen des großen Bedarfs Leipziger Eltern wichtig und auch, weil es sonst weniger Fördermittel gibt.

Normal wäre dieser Termin mit klassischer Planung und Bauweise nicht zu schaffen, räumte Krell ein: "Wir haben Sondermaßnahmen zur Beschleunigung eingeleitet, so dass wir glauben, pünktlich fertig zu werden." Von den Stadträten gab es Lob für den neuen Weg. Sabine Heymann (CDU), Siegfried Schlegel (Linke) und Roland Quester (Grüne) waren sich einig, dass massive Bauten auch für die nächste Generation von Leipzigern besser sind.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.06.2013

Jens Rometsch

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