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Bildung Leipziger Archäologen machen in Ägypten bedeutende Funde
Leipzig Bildung Leipziger Archäologen machen in Ägypten bedeutende Funde
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16:04 16.02.2017
Dietrich Raue, Kustos des Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Leipziger Universität  Quelle: Andreas Döring
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Leipzig/Kairo

 Ein Team aus ägyptischen und deutschen Archäologen hat in Kairo für eine große Überraschung gesorgt. Bei Grabungen mitten in der Millionenmetropole fanden die Forscher mehrere bedeutende Relikte aus der Zeit der alten Pharaonen. Das teilte die Universität Leipzig am Dienstag mit. Dem Archäologenteam gehörte unter anderem Dietrich Raue an, der Kustos des Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Leipziger Universität.

Die Wissenschaftler bargen zum Beispiel vollständige Relief-Szenen aus der Zeit Ramses II. (13. Jh. v. Chr.) und einen zweiten Tempel des bedeutenden Pharaos. Nach Aussage von Raue liefern die Funde wichtige Details über dessen Regentschaft. So zeige ein Bildnis von Ramses II., wie dieser eine Gazelle opfert und dafür Leben und Herrschaft erhält. Auch trete der Machthaber darauf zum ersten Mal unter neuem Namen in Erscheinung.

Relief mit Ramses II. bei einer Opfergabe Quelle: Ägyptisches Museum, Universität Leipzig

Grabungen unter schwierigen Bedingungen

Besonders gefreut hat sich Raue über die Freilegung einer Sitzstatue Ramses VI. Von diesem weniger bekannten Pharao, der um 1140 v. Chr. regierte, habe er zuvor noch nie etwas entdeckt. „Da fragt man sich als Archäologe schon: Werde ich so etwas in meinem Leben noch einmal zu sehen bekommen?“, so der Leipziger Hochschullehrer. Darüber hinaus erschlossen die Forscher mehrere Wohnhäuser aus dem vierten bis zweiten Jahrhundert sowie die Tatze einer gigantischen Sphinx.

Vor Ort hatten Raue und seine Kollegen dem Vernehmen nach mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Einerseits liege die Ausgrabungsstätte, die sich auf der ehemaligen Tempelanlage Heliopolis befindet, etwa ein bis zwei Meter unterhalb des Grundwasserspiegels. Zum anderen komme es dort regelmäßig zu Notgrabungen, weil die Stadt Kairo das Gelände möglichst schnell für neuen Wohnraum nutzen wolle.

Raue war im September zusammen mit drei Studenten für sechs Wochen nach Ägypten gereist. Am Donnerstagabend (18.15 Uhr) will er in einem öffentlichen Vortrag im Hörsaal 8 des Hörsaalgebäudes der Universität Leipzig über die Grabung und Funde sprechen.

Von mkl

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