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Bildung Leipziger Ausbildung mit weltweiter Strahlkraft: Internationale Trainerkurse am Sportcampus
Leipzig Bildung Leipziger Ausbildung mit weltweiter Strahlkraft: Internationale Trainerkurse am Sportcampus
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15:43 14.02.2012
Silvina Martinez Vazquez und Karim Gonzalez haben beide am Internationalen Trainerkurs der Uni Leipzig studiert. Quelle: Regina Katzer
Leipzig

In einer fünfmonatigen Weiterbildung erhielt Gonzales beim ITK nicht nur theoretische und praktische Lehrstunden in seiner Sportart, sondern wurde auch in den Bereichen Trainingswissenschaft, Sportmedizin, Psychologie und Pädagogik geschult. Sein Wissen nahm er mit zurück nach Asunción, um dort andere Sportler auszubilden. Inzwischen ist Gonzales sowohl Mitglied des Olympischen Komitees (NOK) seines Heimatlandes, als auch Präsident des Turnverbandes und damit für die Delegation neuer Kurs-Teilnehmer verantwortlich.

Leipzig. „Leipzig ist so wichtig“, sagte Karim Gonzales. Der Mann aus Paraguay ist ein regelrechter Fan der Messestadt. Vor Jahren hat er auf dem Sportcampus an einem Internationalen Trainerkurs (ITK) für Gerätturner teilgenommen und ist seitdem voll des Lobes: „Für die Entwicklung des Sports in meinem Heimatland ist die Ausbildung hier bedeutend“, erklärt er weiter.

So wie für Silvina Martinez Vazquez, die sich seit September 2011 in Leipzig weiterbilden ließ. Ihr Verbandschef ist nun nach Ende des Kurses extra noch einmal in die Messestadt gereist, um sie abzuholen. Denn seit 1999 sind beide auch ein Paar: „Wir haben uns beim Sport kennen gelernt“, erzählt Vazquez schüchtern, um dann schnell wieder auf die Vorzüge des ITK zu sprechen zu kommen: „An der Universität in Asunción mag die Wissensvermittlung zwar umfangreicher sein, als hier. In Leipzig ist die pädagogische Art des Unterrichts aber weitaus intensiver“, sagt die 29-Jährige. Diese Intensität will die Hochschullehrerin in ihrer Heimat nun auch an Studenten weitergeben.

Seit 1964 sorgen die internationalen Kurse an der Leipziger Uni weltweit für Aufsehen – früher als Teil der DDR-Sportförderung, heute im Rahmen des bundesdeutschen Angebots. Alle sechs Monate kommen etwa 50 neue, angehende Trainer in die Messestadt, vor allem aus Entwicklungsländern, erklärt Daniel Eckert-Lindhammer. Er ist seit Herbst vergangenen Jahres neuer Geschäftsführer des ITK. Zwölf Sportarten stehen auf der Auswahlliste für Interessenten, sagte der 35-Jährige: darunter Handball, Basketball, Fußball, Gerätturnen, Tischtennis, Schwimmen und Judo. Pro Kurshalbjahr werden allerdings nur vier unterrichtet, in vier verschiedenen Sprachen. „Es ist wichtig, dass wir in der Muttersprache der Teilnehmer unterrichten können – in Englisch, Französisch, Arabisch und Spanisch“, erklärt Eckert-Lindhammer.

Der nächste Lehrgang beginnt bereits Anfang  März – dieses Mal für Fußball-, Leichtathletik-, Volleyball- und Behindertensport-Trainer. Angemeldet haben sich Teilnehmer aus dem Irak, Tunesien, Algerien, Palästina, Pakistan, Indien, Brasilien, Ruanda, Uganda, Nigeria, Simbabwe und Sierra Leone. Maximal vier Personen aus einem Land seien erlaubt, um die ausgeglichene Gemeinschaft nicht zu gefährden. „Das Zusammenleben der Studenten in solch einer internationalen Gruppe ist schon etwas Besonderes“, berichtet Eckert-Lindhammer, der auch von Salsa tanzenden Arabern und fragenden Gesichtern angesichts weihnachtlicher Tannenbäume zu erzählen weiß.

Neben der Organisation des Kurssystems hat der 35-Jährige in den kommenden Monaten vor allem ein nahendes Jubiläum im Blick. In zwei Jahren wird am Campus Jahrallee 50-jähriges Bestehen des ITK gefeiert. Bis dahin hat Eckert-Lindhammer noch Einiges aufzuarbeiten, denn bisher gibt es keine Datenbank zu allen ITK-Teilnehmern der Vergangenheit. „Wir wissen ja gar nicht, welche Hochkaräter dabei waren“, sagt Eckert-Lindhammer. Nur einige Internationale mit Leipziger Vergangenheit sind ihm bekannt, wie etwa Sam Ramsamy, südafrikanisches IOC-Mitglied, Hassan Mustafa, Präsident des internationalen Handballverbandes oder eben Karim Gonzales aus Paraguay.

Matthias Puppe

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