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Bildung Leipziger Eltern bangen um freie Gymnasiumsplätze für ihre Kinder
Leipzig Bildung Leipziger Eltern bangen um freie Gymnasiumsplätze für ihre Kinder
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23:59 29.04.2014
Viele Eltern in Leipzig ahnen, dass ihre Kinder demnächst weite Schulwege zum Unterricht in Kauf nehmen müssen. Quelle: Andreas Friedrich

Letzteres soll supermodern werden, ist aber frühestens im Sommer 2016 fertig.

Wie berichtet, wird die Bildungsstätte zunächst im Interim Löbauer Straße (ehemalige Fechner-Schule) aufgebaut - mit bilingualen Modulen in Englisch als Besonderheit. "Alle Gymnasien in Leipzig bieten einen guten Unterricht und können die Entwicklung Ihres Kindes fördern", sagte Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) zu den Eltern, der gemeinsam mit Bildungsagenturchef Ralf Berger für jene erwähnten Schulen warb. Hintergrund: Es gibt ab August zwar ausreichend Plätze für alle Fünftklässler, einige Schulen sind aber hemmungslos "überbucht". Das betrifft besonders jene beiden in der Südvorstadt und Gohlis. Da es für Gymnasien keine Schulbezirke gibt, werden die überzähligen Schüler auf freie Plätze in der gesamten Stadt verteilt. Wen das betrifft, ist derzeit völlig offen.

Laut Berger hat das Verfahren nur in Gymnasien, für die eine Aufnahmeprüfung notwendig ist, begonnen. Alle anderen starten damit in der kommenden Woche - wobei der Schulleiter unter Aufsicht ein Losverfahren vornimmt, falls mehr Bewerber als Plätze vorhanden sind. Das wird dokumentiert und auch beim Zweit- und Drittwunsch, den Eltern auf der Bewerbung angeben mussten, so gemacht. Fakt bleibt dennoch, dass sowohl Kant- als auch Schiller-Gymnasium nur drei Klassen mit jeweils 28 Schülern aufnehmen dürfen. Mehr geben die Gebäude nicht her - Containerlösungen sind nicht vorgesehen. Fabian und Berger wollten die Eltern rechtzeitig über die Situation informieren, bevor das Vergabeverfahren beginnt.

Da ahnen viele Familien aber schon, was auf ihre Sprösslinge zukommt kann - weite Schulwege. "Ich arbeite im Schichtsystem und werde es definitiv nicht schaffen, wenn mein Kind eine dreiviertel Stunde nach Schönefeld muss", sagte eine alleinerziehende Mutter, die in der Südvorstadt lebt. Viele werfen den Politikern Versagen vor, da die Kinder ja schon vor vier Jahren in die Grundschule eingeschult worden waren. Fabian erläuterte Stadtratsbeschlüsse, zunächst leerstehende Gebäude wie jenes in der Gorkistraße zu sanieren und zu nutzen. Erst danach werde neu gebaut - wie nun beschlossen das neue Gymnasium in der Telemannstraße (bis 2017). "Die große Politik ist mir egal, es geht um meine Tochter", so eine besorgte Frau. Es sei eine Zumutung, wenn Zehnjährige an den Stadtrand zum Unterricht müssten.

Die Bildungsagentur hat den Eltern angeboten, ihr Wahlverhalten zu überdenken und gebenenfalls eine neue Anmeldung auszufüllen. Das geht bis spätestens Dienstag früh. Freitag sowie Montag besteht die Möglichkeit, sich über die drei eingangs erwähnten Schulen vor Ort zu informieren. Anmeldungen sind beim Brockhaus erforderlich. Die meisten Eltern wissen nun nicht, was sie tun sollen. Denn die Hoffnung, dass ihre Sprösslinge es auf die Wunschschule schaffen, besteht weiterhin. Der Aufnahmebescheid kommt am 5. Juni - und für einige dann das böse Erwachen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2014

Mathias Orbeck

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