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Leipziger Forscher: Affenschädel führt bis zum Ursprung der Menschheit

Internationales Team Leipziger Forscher: Affenschädel führt bis zum Ursprung der Menschheit

Ein Fossil aus Kenia sorgt für Furore – und Forscher des Leipziger Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie haben eine Aktie daran. Bei Sondierung eines 13 Millionen Jahre alten Affenschädels zeigte sich, dass diese Spezies für den Ursprung der Menschheit signifikant ist.

Der rund 13 Millionen Jahre alte Schädel des Menschenaffen-Kindes wurde mit modernster Technik unter die Lupe genommen. So mit einem hochauflösenden 3D-Scanner

Quelle: Fred Spoor/Paul Tafforeau

Leipzig. Ein Fossil aus Kenia sorgt für Furore – und Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie (Eva) haben eine Aktie daran. In der aktuellen Ausgabe des Magazins „Nature“ berichtet ein internationales Forscherteam über die eingehende Sondierung eines versteinerten Affenschädels, der auf ein Alter von rund 13 Millionen Jahren datiert wurde.

Das Alesi genannte Relikt aus der Urzeit gilt in der Fachwelt nun als bemerkenswerter Beleg für den Ursprung der gemeinsamen Vorfahren von Menschenaffen und Menschen in Afrika. Bei der aufwendigen Studie unter der Ägide von US-Experten steuerte auch Professor Fred Spoor von der Eva-Abteilung für Humanevolution seine Expertise bei.

Die Entdeckung des nur zitronengroßen Kopfes mit der Inventarnummer KNM-NP 59050 liegt schon einige Zeit zurück. 2014 stieß der kenianische Fossiliensammler John Ekusi nahe des Turkana-Sees auf ihn und weckte damit das Interesse der Spezialisten. Denn derartige Funde, die über zehn Millionen Jahre alt sind, gelten als Raritäten und Wegweiser tief hinein in die Menschheitshistorie. Nur einzelne Zähne und partielle Kieferknochen solcher Primaten-Urahnen waren aufgetaucht – bis Alesi ans Licht kam und mit modernstem Instrumentarium unter die Lupe genommen wurde.

Neue Spezies entdeckt

Die mittels 3D-Tomografie sezierte Schädelstruktur offenbarte, dass es sich um ein Menschenäfflein handelte, das einst im zarten Alter von einem Jahr und vier Monaten das Zeitliche segnete. Mit seiner besonders kleinen Schnauze habe es wie ein Gibbon-Baby angemutet, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Publikation.

Doch es handele sich um eine bislang nicht bekannte Spezies. Auch vom Verhalten her sei Alesi anders gestrickt gewesen als die schnellen und akrobatischen Gibbons, erklärte Spoor. Der Befund stütze sich auf Untersuchungen des Gleichgewichtsorganes im Innenohr des Schädels: „Alesi muss sich vorsichtiger fortbewegt haben.“

Wir haben ihre Ohren geerbt

Aus Sicht von Spoor und seinen an der Studie beteiligten Kollegen war die Spezies bevor sie ausstarb sehr lange aktiv im Erdzeitalter des Miozäns. Das dauerte rund 19 Millionen Jahre. Wichtigstes Bindeglied bis zur Gegenwart seien ihre vollständig entwickelten knöchernen Gehörgänge. Alesi zeige, wie der gemeinsame Vorfahre aller heute lebenden Menschenaffen-Arten und des Menschen selbst ausgesehen haben könnte, berichten die Forscher.

Erstautor Professor Isaihah Nengo von der Stony Brook University in New York folgert, die Alesi-Gruppe sei dem einstigen Ursprung der später auf der Bildfläche erscheinenden Menschenaffen und Ur-Menschen sehr nahe gewesen. „Und dieser Ursprung war afrikanisch.“

Mario Beck

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