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Bildung Leipziger Forscher wirbeln Staub auf: Flugsand aus Schlammlawinen
Leipzig Bildung Leipziger Forscher wirbeln Staub auf: Flugsand aus Schlammlawinen
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23:30 30.06.2014
Lichtradar-Messung des Tropos-Institutes auf der Karibik-Insel Barbados, die in dem von der Sahara ausgehenden atlantischen Staubkorridor liegt. Quelle: DWD

Zusammen mit Kollegen anderer deutscher Wissenschaftseinrichtungen sowie aus Frankreich hatten die Tropos-Fachleute Messdaten ausgewertet und waren dabei auf gewaltige Staubausbrüche in einer Gebirgsregion im Norden Mauretaniens gestoßen, für die es zunächst keine hinreichende Erklärung gab. Erst durch den Abgleich mit Satellitenaufnahmen konnte das Rätsel gelöst werden.

Demnach sorgen in dem betreffenden Gebiet kurzfristige intensive Regenfälle dafür, dass die Wassermassen große Mengen an Sedimenten mit sich reißen und als Schlamm in Tälern ablagern, die als Wadis bezeichnet werden. Trocknen diese Wadis wieder aus, wirken sie wie Windkanäle, aus denen die Partikel dann in die Atmosphäre gewirbelt werden und zum Teil bis nach Europa driften. "Dieses Phänomen ist ein weiterer Erklärungsansatz für die jahreszeitlichen Schwankungen bei lokalen Staubemissionen", erklärte Kerstin Schepanski vom Tropos, das im Wissenschaftspark an der Permoserstraße seinen Sitz hat. Um die globale Ausbreitung von Staubwolken besser als bisher prognostizieren zu können, sollten die Wadi-Wirbel in entsprechende Computermodelle eingearbeitet werden, meinte Schepanski.

Am Tropos ist die Erkundung des Einflusses von Mineralstaub auf das Klima seit Langem einer der Forschungsschwerpunkte. Im Fokus steht dabei die Sahara, wo der Samum, der "giftige Wind", als riesige Sandschleuder wirkt. Mehr als eine Milliarde Tonnen Mineralstaub werden jährlich aus dieser Wüste gesaugt. Von dort aus ziehen die Partikelteppiche über das Mittelmeer bis tief nach Europa hinein oder aber über den Atlantik nach Amerika.

Bereits 2006 war unter der Ägide der Leipziger Wissenschaftler in Marokko mit großem technischen Aufwand untersucht worden, wie der Mineralstaub aus der Sahara das Strahlungsgeschehen in der Atmosphäre beeinflusst, wie er Licht streut, es polarisiert und absorbiert. Zwei Jahre später bezogen die Fachleute auf den Kapverdischen Inseln Position und sondierten die nach Amerika driftenden Staubfahnen nach allen Regeln der Kunst. Sie stehen auch im Verdacht, bei der Geburt von Hurricans eine Rolle zu spielen. Im vergangenen Jahr gab es eine Messkampagne auf Barbados. Die Insel am Rand der Karibik war gewählt worden, weil sie am Ende des atlantischen Staubkorridors liegt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2014

Mario Beck

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