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Bildung Leipziger Genforscher: Menschen aus Indien besiedelten schon vor 4000 Jahren Australien
Leipzig Bildung Leipziger Genforscher: Menschen aus Indien besiedelten schon vor 4000 Jahren Australien
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22:17 14.01.2013
Vor 4000 Jahren war Australien nicht mehr mit dem Festland verbunden, wie es während der Eiszeit der Fall gewesen war. Die Neuankömmlinge kamen also per Schiff über das Meer. Quelle: Gunter SenftMPI f. Psycholinguistik
Leipzig

Die Aborigines in Australien hatten demnach schon lange vor dem Eintreffen der Europäer Besuch.

Neue Genforschungen belegen, dass vor rund 4000 Jahren Menschen aus dem südasiatischen Land übers Wasser bis nach Australien gelangt sein müssen. Es habe einst einen „substanziellen Genfluss“ zwischen Indern und Australiern gegeben, fand eine Forschergruppe um Irina Pugach vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig heraus. Die Europäer hatten Australien erst im 18. Jahrhundert kolonialisiert.

Das Team analysierte das Erbgut von 344 Menschen aus verschiedenen Ecken der Welt. Darunter waren Aborigines aus dem nördlichen Australien sowie Einwohner Indiens und Indonesiens. Ergebnis: 141 Generationen früher - also vor umgerechnet etwa 4230 Jahren - müssen Inder und Australier miteinander in Kontakt gekommen sein, schreiben die Forscher in „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Irina Pugach vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Quelle: MPI f. evolutionäre Anthropologie

Interessanterweise habe es etwa zur selben Zeit auch zahlreiche weitere Veränderungen in Australien gegeben, sagte Erstautorin Pugach. Plötzlich seien damals andere Arten von Steinwerkzeugen genutzt worden. Auch der Wildhund Dingo sei damals erstmalig in der Region aufgetaucht. Morphologisch ähnele der Dingo indischen Hunden. Pugach vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Genfluss und den archäologisch belegten Veränderungen.

Australien wurde vor rund 40.000 Jahren besiedelt. Bislang herrschte in Fachkreisen die Ansicht vor, dass der Kontinent bis zur Ankunft der Europäer weitgehend isoliert blieb. Allerdings gab es bereits einzelne Studien, die den jetzt nachgewiesenen Genaustausch während des Holozäns (vor etewa 10.000 Jahre bis heute) nahe legten.

Die Max-Planck-Forscher belegten außerdem eine gemeinsame Herkunft von Populationen aus Australien, Neuguinea und den auf den Philippinen lebenden Mamanwa. Die Wissenschaftler schätzen, dass sich diese Gruppen vor etwa 36.000 Jahren getrennt voneinander weiter entwickelten.

dpa

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