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Leipziger Gymnasiastin setzt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus

Leipziger Gymnasiastin setzt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus

Das Friedrich-Arnold-Brockhaus Gymnasium in Mockau will Flagge gegen Rechts zeigen. Deswegen hat die Wanderausstellung "Opfer rechter Gewalt seit 1990" Platz unter dem Dach des Bildungshauses gefunden.

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Nathalie Frömmel setzt sich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander - und am Mockauer Brockhaus-Gymnasium ein Zeichen gegen Rechts. Motiviert durch eine Facharbeit im Geschichtsunterricht hat die 17-jährige Elftklässlerin die Wanderausstellung "Opfer rechter Gewalt seit 1990" an ihre Schule geholt.

Quelle: André Kempner

Geholt wurde die Schau aus Potsdam von einer 17-jährigen Elftklässlerin. Weil Nathalie Frömmel es erschreckend findet, wie Menschen ohne Grund zugerichtet werden.

An die 80 Plakate verteilen sich im Raum 118 des Hauses B im Hof des Brockhaus-Gymnasiums. Sorgfältig nach einem eigenen System auf Stellwände gezogen. Auf den Plakaten zu sehen ein Gesicht, ein Name, Alter, wenn vorhanden der Beruf und ein paar Zeilen in Deutsch und Englisch darüber, wie die Personen starben. Nüchtern und sachlich formuliert, wie der Polizeibericht: "Klaus R., 43 Jahre. Er geriet am 28. Mai 1994 mit einer Gruppe von sechs Nazi-Skinheads, die eine Wohnung in einem Leipziger Mietshaus besetzt hatten, in Streit und wurde von diesen zu Tode geprügelt."

Nathalies Blick überfliegt die Plakate. "Rechtsextremismus hat banale Gründe", sagt sie. "Es gibt so viele Menschen, die es treffen kann, im Osten wie im Westen." Tatsächlich dokumentiert die Ausstellung, die seit sechs Jahren betreut vom Verein Opferperspektive und der Friedrich-Ebert-Stfitung durch die Republik wandert, 169 bundesweite Fälle seit der Wende bis 2011. Darunter keinesfalls nur Migranten, sondern auch Landsleute, Familienväter, Kinder.

Nathalie, die derzeit im Geschichtsunterricht an einer Facharbeit darüber schreibt, bewegt und bewog das Thema, einen Teil der Exposition mit Unterstützung ihrer Eltern und ihrer Fachlehrerin nach Mockau zu holen. "Den Opfern wird ein Name gegeben", sagt die Brockhaus-Gymnasiastin, "dadurch geraten sie nicht in Vergessenheit". Dabei soll es nicht darum gehen, die Vergangenheit einfach aufzukochen, "sondern zu zeigen, was rechte Geisteshaltung anrichten kann", sagt Schulleiter Ralf Tramm, den Nathalie nicht erst lange von ihrer Idee überzeugen musste. Mittelbar, meint der Pädagoge, stünden die jetzt in der Kieler Straße dargestellten Schicksale auch mit dem Sujet Schönefeld und der Flüchtlingsdebatte in einer Reihe: "Der Zusammenhang ist da." Auch mit Blick auf das Engagement der Schule in dieser Sache. In der Vorweihnachtszeit hatten Schüler, Eltern und Lehrer des Brockhaus-Gymnasiums eine Spenden-Aktion für die Asylbewerber im ehemaligen Fechnergymnasium angestoßen (die LVZ berichtete).

Unter Tramms Leitung soll die Wanderausstellung nicht nur für seine Schutzbefohlenen ab Klasse 8 zu sehen sein, sondern nach Absprache auch für interessierte Besucher außerhalb des Schulumfeldes. Bis kommenden Donnerstag bleibt die Schau noch im Brockhaus-Gymnasium.

Während des Tages der offenen Tür am Brockhaus-Gymnasium ist die Ausstellung von 10 bis 13 Uhr an diesem Sonnabend zu sehen. Weitere Besichtigungstermine sind unter Telefon 0341 600370 vereinbar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.02.2014

Felix Kretz

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