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Leipziger Telekom-Hochschule nimmt keine neuen Studenten mehr auf

Qualität zu schlecht Leipziger Telekom-Hochschule nimmt keine neuen Studenten mehr auf

Einen Paukenschlag gab es am Montag für die ehrwürdige Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL). Denn der deutsche Wissenschaftsrat veröffentlichte das Ergebnis einer akribischen Überprüfung. Und dieses Zeugnis fiel vernichtend aus.

Ab dem nächsten Wintersemester nimmt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) keine neuen Studenten mehr auf – eventuell springt dann aber schon die benachbarte HTWK ein.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Einen Paukenschlag gab es am Montag für die ehrwürdige Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL). Denn der bundesweit zuständige Wissenschaftsrat veröffentlichte das Ergebnis einer Überprüfung, die drei Jahre gedauert hatte. Und das Zeugnis fiel vernichtend aus.

„Die Prüfung hat ergeben, dass die Hochschule für Telekommunikation Leipzig den wissenschaftlichen Maßstäben einer Hochschule nicht entspricht“, hieß es in der Erklärung „Der Wissenschaftsrat gelangt somit zu einer negativen Akkreditierungsentscheidung.“ Der in Köln ansässige Wissenschaftsrat ist das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland. Seit 2001 testet er auch private und kirchliche Hochschulen und gibt Empfehlungen an die Bundesländer, welche Einrichtung staatlich anerkannt werden sollte – welche nicht.

Mit diesem Kontrollverfahren soll die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Hochschulen gesichert werden. Es dient auch dem Schutz der Studierenden und ihrer künftigen Arbeitgeber. Zur 1600 Studenten zählenden HfTL bat der Wissenschaftsrat das Land Sachsen gestern noch, ihn über den Umgang mit der negativen Entscheidung zu informieren.

Auf LVZ-Nachfrage versicherte das sächsische Wissenschaftsministerium, dass „die derzeit eingeschriebenen Studierenden ihr Studium mit einem staatlich anerkannten Hochschulabschluss beenden können“. Jedoch werde „die HfTL zum Wintersemester 2018/19 die Immatrikulation von Studierenden einstellen“.

Wesentliche Kritikpunkte des Wissenschaftsrates seien „Verstöße gegen die Freiheit von Lehre und Forschung und die Selbst- und Studienorganisation der Telekom-Hochschule, außerdem eine Überlastung der Lehre und eine zu geringe Forschungsleistung“ gewesen, fasste Ministeriumsreferentin Katharina Strack zusammen. Nichts bemängelt worden sei hingegen an der Lehrkompetenz vor Ort oder am Profil der Studiengänge. Das Prüfungsergebnis des Wissenschaftsrates fließe in die Verhandlungen über eine neue Stiftungsfakultät „Digitale Transformation“ an der benachbarten Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) ein. Wie berichtet, hatten die sächsische Staatsregierung, die Deutsche Telekom AG als Betreiber der HfTL und die HTWK erst vergangene Woche angekündigt, über eine solche Fakultät (die durch ein langfristiges Engagement der Telekom gestützt würde) zu verhandeln.

Die Stiftungsfakultät „wäre Teil der HTWK und würde unabhängig von der Zukunft der HfTL eingerichtet“, erklärte Strack. Aus Sicht des Ministeriums hätten die vom Wissenschaftsrat bei der HfTL bemängelten Punkte „keinen Einfluss auf die Qualität einer neu eingerichteten Stiftungsfakultät an der HTWK“. Nach dem Votum aus Köln wolle das Ministerium „Gespräche mit allen beteiligten Gremien über die Zukunft der HfTL führen“.

Telekom-Sprecher Peter Kespohl sagte zur Entscheidung des Wissenschaftsrates: „Aus unserer Sicht wurde so bestätigt, dass die Steuerungsmechanismen eines Konzerns als Trägergesellschaft mit der Hochschulautonomie nicht oder nur sehr schwer vereinbar sind. Wichtig ist, dass die derzeit eingeschriebenen Studierenden ihr Studium mit einem staatlich anerkannten Hochschulabschluss beenden können.“ Die Vertreter der HfTL und der Deutschen Telekom würden hoffen, „die weiteren Gespräche zur Realisierung der neuen Stiftungsfakultät an der HTWK positiv und noch so rechtzeitig abzuschließen, dass bereits für das kommende Wintersemester 2018/2019 dort Studenten eingeschrieben werden können.“

Von Jens Rometsch

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