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Leipziger Journalistikprofessor wirft Dekanat Heuchelei vor

Marcel Machill reagiert Leipziger Journalistikprofessor wirft Dekanat Heuchelei vor

Der Immatrikulationsstopp für den Journalistik-Masterstudiengang an der Universität Leipzig stößt auf scharfe Kritik. Der Leiter der Abteilung Journalistik der Universität, Marcel Machill bezeichnete es als „heuchlerisch“, in einer „Nacht- und Nebelaktion“ per Aufnahmestopp auf die Defizite des Studiengangs zu reagieren.

Der Leiter der Abteilung Journalistik der Universität, Marcel Machill (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig/Berlin. Der befristete Immatrikulationsstopp für den Journalistik-Masterstudiengang an der Universität Leipzig stößt auf scharfe Kritik. Mit Blick auf die Bewerber, die sich zum Teil ein Jahr lang vorbereitet hätten, sei das unverantwortlich, sagte der Leiter der Abteilung Journalistik der Universität, Marcel Machill, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch.

Machill bezeichnete es als „heuchlerisch“, in einer „Nacht- und Nebelaktion“ per Aufnahmestopp auf die Defizite des Studiengangs zu reagieren. Dass es unter Studenten wie Dozenten große Unzufriedenheit gebe, „haben wir vor zwei Jahren in einem Brandbrief an das Dekanat gesagt“, fügte er hinzu. Geschehen sei nichts. „Das finde ich wahnwitzig“, sagte Machill.

Die Universität hatte am Dienstag mitgeteilt, wegen gesunkener Bewerberzahlen ab dem Wintersemester 2017/18 für ein Jahr lang keine neuen Studenten in den Masterstudiengang aufzunehmen. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) forderte umfangreiche Verbesserungen für den renommierten Studiengang. Der Verband habe die Personalkürzungen wiederholt kritisiert und die Fakultät „immer wieder auf den Verlust der Attraktivität des Studiengangs hingewiesen“. Nun müssten Sparmaßnahmen rückgängig gemacht, Personal aufgestockt und die Qualität des Studiengangs verbessert werden.

Als Hauptgrund für die Unzufriedenheit nannte auch Machill Personalmangel. Die Journalistik-Abteilung sei vor Jahren mit drei Professuren und 6,5 Mitarbeiterstellen gestartet. Heute gebe es noch eine Professur, eine Juniorprofessur und 2,5 Mitarbeiterstellen. „Unter diesen Umständen kann man keine seriöse Journalistik machen“, betonte Machill. Letztlich gehe es um die „politische Machtfrage“, ob das Geld in der Ausbildung eher an die Journalistik oder den Bereich Public Relations fließe.

Fakultätsdekan Thomas Kater erklärte, es werde auch künftig nicht mehr Personal für den Studiengang geben. Stattdessen solle stärker mit anderen Abteilungen des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaften kooperiert werden. Die Reformen soll demnach eine Kommission erarbeiten.

Machill sagte, er befürchte, dass es künftig auch zu Kooperationen mit „ganz anderen Studiengängen“ wie Politik- oder Kulturwissenschaften kommen könnte. „Das würde unser Modell letztlich zerstören“, sagte er dem epd. Der sogenannte fachfremde Journalistik-Master sieht vor, dass die Studenten zuvor im Bachelor ein nicht-medienwissenschaftliches Fach studieren.

LVZ

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