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Bildung Leipziger Lehrer streiken für bessere Schulen und mehr Gehalt
Leipzig Bildung Leipziger Lehrer streiken für bessere Schulen und mehr Gehalt
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19:27 02.06.2016
Leipziger Lehrer bei einem Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aufgerufen hat.   Quelle: Kempner
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Leipzig

500 Pädagogen sind am Donnerstag einem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Warnstreik gefolgt. Dadurch ist ab der vierten Stunde an etlichen Leipziger Schulen der Unterricht ausgefallen. Der Sächsische Lehrerverband beteiligt sich nicht an der Aktion, strebt vielmehr eine Lösung am Verhandlungstisch an. Die GEW fordert hingegen die Aufnahme von Tarifverhandlungen, um über die Eingruppierung der sächsischen Lehrkräfte zu reden. Die ist für die Gewerkschaft ein wesentlicher Schlüssel, um aktuelle Probleme im Schulbereich zu lösen. Für gute Arbeit sollen die Lehrer auch gutes Geld bekommen.

Doch es wird immer schwieriger, Kollegen zu ersetzen, die in den Ruhestand gehen. Eins zu eins reiche ohnehin nicht – da werde der Mangel höchstens fortgeschrieben, heißt es. Junge Lehrer wandern scharenweise in andere Bundesländer ab, weil sie dort bis zu 1000 Euro mehr verdienen oder sogar verbeamtet werden.

Uwe Preuss von der Petri-Oberschule fordert eine einheitliche Eingruppierung für alle Lehrer ab 1. August. Laut der Leipziger GEW-Vorsitzenden Ines Hartmann könnten Mittelschullehrer dann 300 Euro mehr pro Monat verdienen. „Das Geld in Sachsen ist da.“

Den Pädagogen geht es aber keineswegs nur ums Geld. Seit Jahren sind die Klassen überfüllt. Unterricht fällt aus. Lehrer, Sozialarbeiter und pädagogische Hilfskräfte fehlen. Steffen Gobert kritisiert, dass in Förderschulen die Grundversorgung an Unterricht gerade mal „zu 70 Prozent“ abgedeckt werden kann. Der Ergänzungsbereich sei ohnehin ganz gestrichen. Die Bildungsagentur habe im Vorjahr keinen einzigen Förderschullehrer für den Bereich Leipzig eingestellt. Jetzt gebe es 45 Stellen für Sachsen, Leipzig bekomme keine davon ab. Für den Nachwuchs sei dies wenig attraktiv. „Es gibt doch keinen, der aus Überzeugung in Sachsen bleibt.“

„Schule in Not“ wird bei der Kundgebung Buchstabe für Buchstabe zelebriert. Die Lehrer wollen vermitteln, dass sie am Limit und darüber hinaus arbeiten. „Europa lebt von der Jugend. Wenn wir eine Zukunft haben wollen, müssen wir hier investieren“, sagt Hans-Jürgen Hoffmann, der an der Karl-Heine-Berufsschule Kraftfahrzeugmechantroniker ausbildet. „Das ist eigentlich ein Traumjob für mich. Wie viel weiter könnte Deutschland sein, wenn es ordentlich in Bildung investieren würde.“

Von Mathias Orbeck

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