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Bildung Leipziger Luppe-Brücken unter der Lupe - Neue Broschüre vom Statistik-Amt
Leipzig Bildung Leipziger Luppe-Brücken unter der Lupe - Neue Broschüre vom Statistik-Amt
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00:59 06.12.2013
Leutzsch-Wahrener-Brücke bei Hochwasser während des Baus der Elster-Luppe-Regulierung 1935 Quelle: Institut für Länderkunde

29 sind es zurzeit. Aufgelistet und erklärt sind die Bauwerke - vom Steg bis zum Eisenbahnviadukt - in einer jetzt erschienenen Publikation des Statistik-Amtes.

In Wort und Bild gibt es auf rund 90 Seiten aber nicht nur eine aktuelle Bestandsaufnahme. Beleuchtet wird ebenso die Historie der Luppearme und ihrer Querungen. Unterstützt von einer Expertenschar, hatte Autorin Bettina Weil drei Jahre lang gut zu tun, um dieses spannende Kapitel der Stadtgeschichte aufzuarbeiten. Denn die Quellenlage war kompliziert, die einschlägigen Akten lagen verstreut in diversen Archiven. Vor allem die Elster-Luppe-Regulierung ab 1934 hatte die hiesige Gewässerlandschaft stark verändert.

Damals wurde der neuen Luppe das Bett bereitet, die vom Luppewehr an der Kläranlage im Rosental ihren Lauf nimmt und auf Leipziger Flur heute von acht Bauwerken überspannt ist. Monumental vom Wahrener Viadukt oder eher bescheiden, wie das bei der Müllbergbrücke der Fall ist, die die Eisenbahnquerung und den Luppesteg am Heuweg flankiert. Auf ihren Namen getauft wurde die Müllbergbrücke nie. Unterlagen zu ihrem Bau in den 1930er-Jahren, als sie als Deponie-Zufahrt geschaffen wurde, existieren nicht. Auch bei der Burgauenbrücke und der Brücke am Schlossweg ließen sich die genauen Einweihungsdaten nicht ermitteln.

Für die kleine Luppe, die sich von Lindenau nach Leutzsch schlängelt, sind in der reich mit Kartenmaterial versehenen Broschüre neun Brücken beschrieben, darunter der Friesensteg. Bei dem gab es anno 1928 ein polizeilich gemeldetes Vorkommnis: Er hatte sich um einen halben Meter gesenkt, die Holzpfeiler waren weggebrochen. Zur Gasthofbrücke fand Bettina Weil ebenso einen Polizeivermerk. Schutzmann Albert Jänicke protokollierte für den 25. März 1910 einen Unfall der großen Leipziger Straßenbahn, bei dem das Bauwerk Schaden genommen hatte.

Mit vielen solcher Geschichten rund um das Faktische wartet die Publikation auf, die acht Euro kostet und beim Statistik-Amt geordert werden kann. Bei den acht Brücken der alten Luppe, die das Böhlitz-Ehrenberger Revier durchzieht, weiß die Autorin unter anderem zu berichten, dass die Historie der Ehrenberg-Brücke bis auf das Jahr 1470 zurückgeht. Damals nutzten sie bei Nacht und Nebel auch Holzdiebe um trockenen Fußes mit ihrer Beute ans andere Ufer zu kommen. Die Ehrenberger glaubten, es wären Geister, die da umgehen auf der "Spukbrücke".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.12.2013.

Mario Beck

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