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Bildung Leipziger Politikwissenschaftlerin: Image von Ostdeutschen wandelt sich
Leipzig Bildung Leipziger Politikwissenschaftlerin: Image von Ostdeutschen wandelt sich
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19:15 13.12.2012
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck haben nach Ansicht der Leipziger Forscher zu einer veränderten Wahrnehmung von Ostdeutschen beigetragen. Quelle: Hannibal
Leipzig

Das habe sich geändert: „Der Begriff Ossi ist weniger präsent, der Ostdeutsche in dem Sinne integriert in der Gesellschaft.“

Obwohl die amtliche Statistik nach wie vor ihre Daten eigens für den Osten ausweist, hat sich nach Pates Ansicht in den letzten Jahren Einiges geändert. „Es gibt sehr viele Berichte, in denen Ostdeutsche nicht als Ossis charakterisiert werden.“ So werde über Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck nicht ständig als Ostdeutsche gesprochen. Ein Schlüsseljahr für den Wandel sei das Jahr 2004 gewesen. „Die Debatte um die Hartz- IV-Einführung 2004, die viel mit dem umbrucherfahrenen Ossi hantierte, trug auch dazu bei.“ Der Ostdeutsche werde nicht nur als rückwärtsgewandt, sondern als in der Gegenwart angekommen dargestellt. „Der Begriff Ossi kommt sehr viel weniger vor.“

Das Team der Forscherin hat analysiert, in welchem Kontext bundesweit Medien den Begriff „Ossi“ verwendeten. Dazu lagen Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften wie „Spiegel“, „Die Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“ oder „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sowie Fachzeitschriften und Büchern von Mitte der 1990er Jahre bis 2008 vor. Ostdeutsche wurden darin als unmodern und dem Wessi unterlegen charakterisiert, schilderte die Politologin. Sie seien im eigenen Land ausgegrenzt worden, erläuterte Pates. „Der Ossi wurde dabei immer in Vergleich gesetzt zum normalen Deutschen.“

Bei sozialen Themen sei die Realität lange Zeit umgedeutet worden, sagte Pates. Denn oft gehe es gar nicht um Ost und West: „So besteht beim Reproduktions- und Heiratsverhalten ein starkes Süd-Nord-Gefälle, bedingt durch katholische und protestantische Regionen.“ Unbeachtet bleibe auch, dass Rechtsextremismus meist in strukturschwachen und ländlichen Regionen erstarke, auch im Westen.

dpa

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