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Bildung Leipziger Romanistik-Institut droht Rotstift bei einer Professur
Leipzig Bildung Leipziger Romanistik-Institut droht Rotstift bei einer Professur
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00:59 07.02.2014

An der dortigen philologischen Fakultät kursiert ein Rektoratspapier, in dem Vorschläge für perspektivische Strukturveränderungen gemacht werden. Inklusive Stellenabbau.

Wie die zwei Gebäude, die in der Ritterstraße die Theaterwissenschaft und die Archäologie beherbergen, ist auch das GWZ mit Protestplakaten gepflastert. Über der philologischen Fakultät braut sich etwas zusammen, an mehreren ihrer Institute könnten künftig diverse Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen.

Als Erste läuteten am Dienstagabend die Romanisten die Alarmglocken, bei einer Vollversammlung wurde über das drohende Szenario diskutiert. Institutsdirektor Professor Alfonso de Toro, der den Lehrstuhl für französische, frankophone und italienische Sprachwissenschaft inne hat, setzte die Anwesenden ins Bild über das, was der Lehr- und Forschungseinrichtung mit Blick auf das Jahr 2016 zugedacht ist.

Im Zuge der vom Land verordneten Kürzungen hat das Rektorat demnach der Fakultät einen Schriftsatz mit Vorschlagscharakter zukommen lassen, das für die Romanistik nichts Gutes verheißt. Demnach könnte die Professur für spanische, lateinamerikanische, portugiesische und brasilianische Sprachwissenschaft nach der Emeritierung von Elisabeth Burr nicht mehr besetzt werden.

Gestrichen würde dann auch eine Mitarbeiterstelle sowie der Sekretariatsposten. Und wenn de Toro in den Ruhestand geht, soll bei der Nachfolgeregelung für seine Professur der Bereich Frankreich/Frankophonie keine Rolle mehr spielen. Außerdem ist in dem Papier von einem anteiligen Lehrtransfer mit anderen Instituten die Rede, um über die Runden zu kommen.

"Ich verstehe die Nöte des Rektorates, auf dem der Druck des vom Freistaat ausgehenden Spardiktats lastet. Aber unser Institut hat einen exzellenten Ruf und würde mit den Kürzungen und Profiländerungen ruiniert", erklärte de Toro gestern. Wer die Romanistik dezimiere, der nehme weitreichende Konsequenzen in Kauf. So würden beispielsweise das Lehramtsfach Spanisch nachhaltig beschädigt, die Französistik geschwächt und eine starke Lusitanistik ebenso als Alleinstellungsmerkmal aufgegeben wie der Maghreb-Schwerpunkt, bei dem die Kulturen in Ländern Nordafrikas im Fokus stehen.

All das wäre nicht nur für die Uni ein Schlag ins Kontor, sondern auch für Sachsen als Hochschulstandort, so der 64-Jährige. Er verwies darauf, dass in Chemnitz die Romanistik und in Dresden die Hispanistik bereits aufgegeben wurden. "Hochschulpolitisch muss in Sachsen endlich eine Abkehr vom Sparwahn erfolgen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2014

Mario Beck

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