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Bildung So demonstrieren Leipzigs Schüler für eine neue Klimapolitik
Leipzig Bildung So demonstrieren Leipzigs Schüler für eine neue Klimapolitik
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13:23 15.03.2019
Rund 500 Schüler kamen im Januar zur Demo gegen den Klimawandel auf dem Kleinen Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Am Freitag, dem 15. März, streiken Schüler in über 1600 Städten, in über 100 Ländern weltweit, um auf die Folgen des globalen Klimawandels hinzuweisen. Die Demo wird von der inzwischen globalen Bewegung „Fridays for Future“ („Freitage für die Zukunft“) veranstaltet. Gründerin ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die seit August 2018 jeden Freitag den Schulunterricht verweigert. Sie will solange weiter streiken, bis ihr Heimatland die Beschlüsse des Pariser Klimaabkommen erfüllt.

Kanzlerin lobte die Schüler

Schule schwänzen für das Klima – dieser Protest polarisiert weltweit, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte das Engagement, Christian Lindner (FDP) kritisierte dagegen die Schülerdemos. Auch in Leipzig versammeln sich an diesem Tag Jugendliche um 12.30 Uhr am Richard-Wagner-Platz unter dem Motto „Verkehrswende oder Weltende“ versammeln. Eine von ihnen ist die 15-jährige Laura Hübsch, welche die neunte Klasse der Louise-Otto-Peters-Schule besucht.

Leipziger Schülerinnen und Schüler streiken für mehr Klimaschutz - wir sind LIVE für euch beim #fridaysforfuture dabei.

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Freitag, 15. März 2019

Schüler sammelten Müll im Park

Seit sie im Januar zusammen mit 200 weiteren Schülern eine Demo der „Fridays for Future“-Bewegung besucht hat, engagiert sie sich im Organisations-Team des Leipziger Ablegers der globalen Gruppe. Die jungen Aktivisten organisieren sich hauptsächlich über WhatsApp. „Wir versuchen jeden Freitag eine Aktion durchzuführen“, sagt Hübsch. Beispielsweise sammelten sie im Clara-Zetkin-Park Müll und legten diesen vor dem Neuen Rathaus ab. Die letzte Unterrichtseinheit am Freitagnachmittag verpasst Hübsch wegen der Aktionen, ihre Eltern schreiben ihr dann eine Entschuldigung. „Von den Lehrern habe ich viel positives Feedback bekommen“, erzählt die 15-Jährige. Den verpassten Unterrichtsstoff würde sie eigenständig aufholen.

Die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg streikt seit Sommer 2018 jeden Freitag für eine bessere Klimapolitik vor dem schwedischen Parlament. Quelle: picture alliance / TT NYHETSBYRÅpicture alliance / TT NYHETSBYRÅ

Offener Brief an den Schulleiter

Damit sie und ihre Mitschüler an der Demo auf dem Richard-Wagner-Platz teilnehmen können, hat Hübsch einen offenen Brief an Schuldirektor Uwe Loibl verfasst. Da die Louise-Otto-Peters-Schule offiziell den Titel „Klimaschule“ trägt, bat sie darum, dass die Schüler an dem Streiktag teilhaben dürfen. „Ich mache mir Sorgen um die nachfolgenden Generationen, die unsere derzeitigen Probleme noch viel intensiver haben werden. Ich möchte nicht, dass dieser wunderschöne Planet zerstört wird“, schrieb die 15-Jährige.

Pauschale Freistellung nicht wünschenswert, sagt der Schuldirektor

Loibl beantwortete das Schreiben und teilte mit, dass er die „weltweiten Bemühungen unsere gemeinsame Zukunft zu sichern“, begrüßen würde. „Eine pauschale Freistellung von Schülern halte ich aber nicht für wünschenswert“, teilt er auf LVZ-Anfrage mit. Stattdessen trete an der Schule der sogenannte Hitzeplan in Kraft, bei dem die Unterrichtseinheiten von 90 auf 70 Minuten verkürzt würden. „Dann können die Schüler mittags zur Demo gehen“, erklärt der Schulleiter. Es soll aber eine einmalige Aktion bleiben.

„Man kann auch im Schulunterricht Umweltprojekte umsetzen“

Roman Schulz vom Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) hat sich ebenfalls mit dem Anliegen der Schüler befasst. Dass junge Menschen sich engagieren wollen, sieht er erst einmal positiv. „Ich halte es aber nicht für sinnvoll, die Schule zu bestreiken“, sagt er. Schließlich gelte die allgemeine Schulpflicht. „Man kann auch im Schulunterricht Umweltprojekte umsetzen,“ so Schulz. Aktionen wie eine Themenwoche zu Fleisch- oder Plastikverzicht würde das LaSuB ausdrücklich begrüßen. Im Juni veranstalte der Freistaat Sachsen zudem eine Klimakonferenz für Schüler in Leipzig.

Das Argument kann Schülerin Laura Hübsch nachvollziehen, sagt aber: „Damit sich etwas ändert, brauchen wir die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit – und daher den Streik."

Von Pia Siemer

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