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Bildung Leipziger Stadträte drücken beim Schulbau aufs Tempo
Leipzig Bildung Leipziger Stadträte drücken beim Schulbau aufs Tempo
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21:49 19.07.2015
Der Stadtelternrat mahnt, nicht die Sanierung maroder Schulgebäude in Leipzig (Archivbild) zu vergessen. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Stadtelternrat bedauert, dass der Schulentwicklungsplan erst kurz vor den Ferien ausgereicht wurde. Nach der Pause haben die Schulkonferenzen sieben Wochen Zeit, um Stellung zu beziehen. „Eine sehr kurze Zeit für so ein exorbitant wichtiges Thema“, erklärt der Vorsitzende Pier Meier. Dennoch wollen die Eltern sich der Herausforderung stellen. Dabei erwarten sie, dass der Fokus nicht nur auf Neubauten gelegt wird. Der Sanierungsstau an Bestandsgebäuden dürfe keineswegs weiter verschleppt werden.

Der Plan beschreibt auf 225 Seiten, wie sich die Schullandschaft in Leipzig entwickeln soll. Neben bereits begonnenen Projekten geht die Stadt davon aus, dass mindestens vier Grundschulen, vier Oberschulen sowie zwei Gymnasien zusätzlich entstehen müssen (die LVZ berichtete). Kritiker befürchten, dass dies nicht reicht – da die verwendeten Zahlen aufgrund des rasanten Geburtenanstiegs und der Zuzüge von Familien schon wieder veraltet sind. Wichtig sei eine seriöse Datenbasis, so CDU-Stadtrat Michael Weickert. „Statistische Hochrechnungen sind wichtig, ein Blick ins aktuelle Melderegister darf aber trotzdem nicht unterbleiben“, sagt er. „Schließlich geht es um künftige Schüler, die schon geboren sind.“

Dabei drücken die Stadträte aufs Tempo. „Jetzt brauchen wir schnell mehr Grundstücke für Schulen, die Stadt muss mehr Planungsmittel bereitstellen, die Fördermittel vom Freistaat müssen kommen“, betont Ute Köhler-Siegel (SPD). Sie geht davon aus, dass bis Ende 2016 zehn Millionen Euro Planungsmittel notwendig sind. Margitta Hollick (Linke) drängt auf unkonventionelle Lösungen: „Wir können es uns nicht leisten, dass jeder Schulbau ein Unikat ist.“ Gebäude wie die ehemalige 55. Schule an der Ratzelstraße müssten zwar denkmalgerecht saniert werden. Bei baugleichen Typen sollte hingegen geschaut werden, ob Planungen „nachgenutzt“ werden können. Skeptisch stehe sie dem Ansinnen der Verwaltung gegenüber, bei privaten Investoren Gebäude für den Unterricht anzumieten. „Das könnte teurer werden – wie bei den Kitas.“

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte den zusätzlichen Finanzbedarf für den Ausbau von Schulen auf etwa 250 Millionen Euro bis 2024 beziffert. Daher müsse der Freistaat mit „der bevölkerungsreichsten und überproportional wachsenden Stadt in Sachsen“ zu einer Einigung kommen, fordert Köhler-Siegel, um eine „auf beiden Schultern getragene Finanzierung des Schulbaus“ zu ermöglichen. Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft: „Es ist eine besondere Situation, die Leipzig nicht allein stemmen kann.“ Undifferenzierte Forderungen in Richtung der Staatsregierung lehnt CDU-Mann Weickert zwar ab. Die demografische Entwicklung in sächsischen Großstädten sei aber eine andere als in den meisten Landkreisen. Dies müsse Dresden berücksichtigen. Krefft verweist darauf, dass es in der Übergangszeit viele „schulorganisatorische Probleme“ und Notlösungen geben werde. „Wir achten aber darauf, dass alle Kinder die Angebote, die sie benötigen, auch bekommen.“ Sei es die besondere Förderung, eine Inklusion, der zusätzliche Deutschunterricht für junge Ausländer.

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