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Bildung Leipziger Studenten entscheiden: Soll Studentenausweis zum MDV-Ticket werden?
Leipzig Bildung Leipziger Studenten entscheiden: Soll Studentenausweis zum MDV-Ticket werden?
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12:47 31.01.2014
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Leipzig

Heute Nacht um 23.59 Uhr endet das Voting. Bisher zahlen alle Studierenden einen Sockelbeitrag von 35 Euro für ein eingeschränktes Angebot. Wer mehr will, zahlt mehr. Künftig könnte der Studentenausweis zum kompletten MDV-Ticket werden.

Kein Anstehen mehr für die Tickets, freie Nutzung der S-Bahnen und damit des City-Tunnels und mehr Mobilität zwischen Leipzig und Halle, von Oschatz bis Altenburg. Diese Vorteile sieht der Student_innenRat der Universität Leipzig (StuRa), der gemeinsam mit Studierendenrat der Universität Halle und den Studentenwerken beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund aufgetreten ist. An der Martin-Luther-Universität waren im Oktober 2013 nahezu 20.000 angehende Akademiker eingeschrieben, insgesamt wären also von der Neuerung rund 50.000 Personen betroffen. Die Idee: Je mehr Nutzer für das Ticket, desto günstiger müsste es für alle werden.

Wer tagsüber fährt, kann künftig sparen

„Wir haben über die letzten Monate wirklich harte Verhandlungen geführt“, so Friedemann Goerl aus dem Verhandlungsteam in einer Mitteilung. Herausgekommen ist ein Preis von 109 Euro für das gesamte MDV-Angebot. Voraussetzung: Keine Ausnahmen, keine Staffelungen. Jeder Student muss den Betrag zum Semesterbeitrag bezahlen. „Schon das Modell mit dem Sockelbeitrag ist ja solidarisch angelegt. Es geht eben jetzt um den Umfang“, sagte Mehmet Dogan am Freitag gegenüber LVZ-Online.

Für alle, die jetzt in Leipzig den obligatorischen Sockelbeitrag von 35 Euro zahlen, und dafür Bus und Bahn nur von 19 Uhr abends bis 5 Uhr morgens nutzen, wäre das ein saftiger Aufschlag. Wer aber auch tagsüber lieber mit den Öffentlichen durch die Stadt gondelt, könnte bald sparen. Mit einem Mehraufwand von 99 Euro für die LVB-Zone 110 und 109 Euro für das gesamte Netz der Leipziger Verkehrsbetriebe liegen die aktuellen Ticket-Modelle 25 bis 35 Euro über der angedachten MDV-Lösung.

Voting als Handlungsempfehlung

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Vor zwei Jahren erteilten die Studenten dem MDV-Ticket eine Absage. „Das war eine knappe Entscheidung“, so Dogan. Damals beteiligten sich knapp ein Drittel der eingeschriebenen Hochschüler an der Umfrage. Heute endet die Teilnahmefrist für die aktuelle Online-Abstimmung. Das Ergebnis soll bereits Anfang Februar bekannt gegeben werden und gilt als Handlungsempfehlung, teilt der StuRa Leipzig mit. Das Ergebnis wird vom rund 80-köpfigen StuRa-Plenum bewertet und geht dann in den Verwaltungsrat. Eine neue Ticket-Regelung könnte frühestens im Wintersemester 2014/2015 greifen – dass sie gegen den Willen der Studierenden kommt, hält Dogan „für sehr unwahrscheinlich“.

Rechtlich gesehen kann die verfasste Studentenschaft das Ticket für alle auch einführen, wenn sich im Voting eine Mehrheit dagegen ausspricht. Das Bundesverfassungsgericht hat in der Vergangenheit Beschwerden abgelehnt. Eine solidarische Finanzierung zur günstigen Nutzung des ÖPNV sei im Sinne aller Studenten. Die HTWK und die Hochschule für Telekommunikation (HfTL) in Leipzig haben das MDV-Modell bereits eingeführt. Auch diese Studenten könnten von der großen Ticket-Lösung profitieren: Dort zahlen die Studierenden nach derzeitigem Stand im kommenden Wintersemester 112 Euro fürs Ticket.

Evelyn ter Vehn

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