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Leipziger Studenten rüsten zur Großdemo

Leipziger Studenten rüsten zur Großdemo

Die seit Monaten anhaltenden Proteste gegen die sächsische Hochschulpolitik werden morgen mit einer Großdemonstration in Leipzig ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen.

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Leipzig ist seit Monaten die Hochburg des Protests gegen die sächsische Hochschulpolitik, dem morgen mit einer Großdemo Nachdruck verliehen wird.

Quelle: André Kempner

Unter dem Motto "Kürzer geht's nicht! Bildung braucht Zukunft" haben dazu die Konferenz sächsischer Studierendenschaften (KSS) sowie ein Bündnis verschiedener Initiativen, Parteien und Gewerkschaften aufgerufen. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 5000 Teilnehmern aus dem gesamten Freistaat, aber auch aus Sachsen-Anhalt und Thüringen, wo die Unis ebenfalls unter massivem Spardruck stehen. "Wir machen gemeinsam mobil", hieß es gestern seitens der KSS.

Zum Forderungkatalog gehören die Rücknahme des im Hochschulentwicklungsplan festgelegten Abbaus von über 1000 Stellen an Sachsens Hochschulen, die Anhebung der Grundfinanzierung von derzeit 6350 Euro auf den Bundesdurchschnitt von 6830 Euro pro Student sowie die Aufstockung des Landeszuschusses für die Studentenwerke auf mindestens 11,8 Millionen Euro. Auslöser der Protestwelle war im Januar die Ankündigung des Leipziger Uni-Rektorates, dass aufgrund der Rotstift-Politik die Institute für klassische Archäologie und für Theaterwissenschaft geschlossen werden sollen. Alleine die Alma mater muss bis Ende 2015 mehr als 70 Stellen streichen, danach sollen bis 2020 über 100 weitere wegfallen. Auf der Schließliste bei den Fachhochschulen stehen die Außenstellen in Rosswein und Reichenbach. Die Landesregierung begründete den drastischen Personaleinschnitt mit perspektivisch sinkenden Studentenzahlen und der weiteren Haushaltskonsolidierung, zu der alle öffentlichen Bereiche beitragen müssten. Allerdings sind bisher die Studierendenzahlen gestiegen und nicht gesunken. Angesichts dessen hatte Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) den Hochschulen zusätzliche, aber befristete Stellen bewilligt, um die drückende Überlast in bestimmten Fächern abzufangen. Aus Sicht der Kommilitonen ist das nur "eine Beruhigungspille in der verordneten Hungerkur, die zum Fächersterben führt".

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die aktuelle Kontroverse über die Verwendung von Geldern, die mit der kompletten Bafög-Übernahme durch den Bund ab 2015 in Sachsen zur eigenen Verwendung frei werden. Schorlemer will die dann jährlich zur Verfügung stehenden rund 57 Millionen vor allem in die Infrastruktur und die Forschung an den Hochschulen stecken, aber nicht in deren Grundfinanzierung. Wie die KSS verlangt auch die Landes-Rektorenkonferenz (LRK), mit dem Geld den Personalabbau abzuwenden. Für 1000 Vollzeitstellen würde es reichen, meinte die LRK-Vorsitzende und Leipziger Uni-Rektorin Beate Schücking.

Im Vorfeld der Demonstration hatten die akademischen Senate fast aller sächsischer Hochschulen den Studenten eine Teilnahme erleichtert. Sie beschlossen, dass morgen keine Prüfungen oder prüfungsrelevanten Leistungen abgenommen werden.

Per Sonderzug reisen die Studenten aus Dresden und Freiberg an, die aus Thüringen kommen mit Bussen, die aus Halle als Radfahrer-Formation. Um 13 Uhr findet am Augustusplatz die Auftaktkundgebung statt, danach wird von 14 bis 16.30 Uhr durch die City und das Musikviertel demonstriert. Das Ordnungsamt signalisierte Verkehrseinschränkungen in den betreffenden Gebieten. Die Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur formieren sich schon um 11 Uhr am Campus Connewitz und ziehen dann zum Augustusplatz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2014

Beck, Mario

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