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Leipziger Studie: Arbeitslose Männer empfänglich für radikale Parteien

Leipziger Studie: Arbeitslose Männer empfänglich für radikale Parteien

Eine repräsentative Umfrage der Universitäten Leipzig und Gießen hat ergeben, dass arbeitslose Männer für Rechtsextremisten empfänglich sind und zu den Nichtwählern meist Arbeitslose zählen.

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Archivfoto: Fredrik von Erichsen

Quelle: dpa

Leipzig. Die Erhebung setzt die Parteipräferenzen zu soziodemographischen Daten in Verbindung und zieht so Rücksachlüsse auf das Wahlverhalten.

In diesem Sommer wurden rund 2300 Ost- und Westdeutsche im Alter zwischen 18 und 97 Jahren im Auftrag der beiden Hochschulen zu sozial- und medizinpsychologischen Themen befragt. Auch die Wahlabsichten bei der Bundestagswahl wurden einbezogen: Wie setzt sich die Wählerschaft der politischen Parteien zusammen? Welche Partei spricht eher Frauen an, welche eher Arbeitslose, auf wen setzen ältere Wähler?

Mit den Umfrageergebnissen ließenen sich laut der Leipziger Uni Zusammenhänge von Parteienpräferenzen mit verschiedenen soziodemographischen Daten wie Haushaltseinkommen, Arbeitslosigkeit, Geschlecht oder Bildungsstand darstellen. Dadurch sei es möglich, Aussagen über die Zusammensetzung der Wählerschaft der Parteien zu treffen.

Die Untersuchung ergab, dass nicht nur Arbeitslosigkeit die Wahl rechtsextremer Parteien begünstigt, sondern bereits die Sorge um den Arbeitsplatz zu Sympathien für diese Anschauung führt. Aber auch bei den Anhängern der Linken finden sich der Studie nach vergleichsweise viele mit der Sorge um den Arbeitsplatz, während Wähler der CDU/CSU und SPD am wenigsten Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes haben.

Die Studie sieht hierin einen Zusammenhang mit dem Schulabschluss. Mehr als ein Drittel der Wähler von Bündnis 90/Die Grünen haben Abitur (31,5 Prozent), bei den Wählern von NPD, DVU und Republikanern sind es dagegen zehn Prozent. Nur bei den Nichtwählern haben mit sieben Prozent noch weniger Personen den höchsten in Deutschland möglichen Schulabschluss.

Wie die Umfrage ergab, gelten FDP und Bündnis 90/die Grünen zu Recht als die Parteien der so genannten "Besserverdienenden". Ihre Wähler haben zu 41,1 Prozent (FDP) bzw. 37 Prozent (Bündnis 90/Die Grünen) ein Haushaltseinkommen von mehr als 2500 Euro im Monat.

Im Gegensatz dazu haben die rechtsextremen Parteien am meisten Zulauf von finanzschwachen Haushalten. 20 Prozent der Wähler der NPD, Republikaner oder DVU verfügen über ein monatliches Einkommen von mehr als 2500 Euro.

Während 63,6 Prozent der Anhänger rechtsextremer Parteien Männer sind, ist das Geschlechterverhältnis bei den Wählern von Bündnis 90/Die Grünen mit 63,5 Prozent Frauen fast umgedreht. Auch die Nichtwähler sind mehrheitlich Frauen (57,8 Prozent). Am ausgeglichensten ist das Geschlechterverhältnis bei Anhängern der SPD (49,4 Prozent Männer, 50,2 Prozent Frauen).

Alle Ergebnisse der für Ost- und Westdeutschland repräsentativen Untersuchung finden Sie zusammengefasst unter www.uni-leipzig.de/pdf/pm2011-343_ergebnisse.pdf

ra

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