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Leipziger Studie: Vormenschen nutzten Werkzeuge früher als bisher angenommen

Leipziger Studie: Vormenschen nutzten Werkzeuge früher als bisher angenommen

Die Hand im wissenschaftlichen Zeugenstand: Experten des Leipziger Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie (Eva) haben jetzt zusammen mit Fachleuten aus England und Österreich die Ergebnisse einer Studie im renommierten Magazin Science publiziert, bei der sie untersuchten, wann Vormenschen anatomisch zum Werkzeuggebrauch in der Lage waren.

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Untersuchungsobjekt im Griff: Der fossile Daumenknochen stammt von einem Australopithecus africanus.

Quelle: Tracy Kivell & Matthew Skinner

Um zu einem schlüssigen Befund zu kommen, nahm das Team per Computertomografie die innere Beschaffenheit diverser Handknochen unter die Lupe, darunter die von frühen und gegenwärtigen Homo sapiens, von Neandertalern, von Schimpansen und vom Australopithecus africanus, der vor rund drei Millionen Jahren in Südafrika unterwegs war.

Zur Beweisführung zogen Matthew Skinner sowie Tracy Kivell, die beide sowohl am Eva als auch an der Universität in Kent arbeiten, und ihre an dem Projekt beteiligen Kollegen vor allem die sogenannte Trabekelstruktur heran. Dabei handelt es sich um eine schwammartige Knochensubstanz. Aus deren Dichte und Konfiguration lassen sich Rückschlüsse auf die Stellung der Gelenke und mithin auf die Nutzung der Hände ziehen. Hintergrund: Es gilt als entscheidender Moment in der Menschwerdung, als in grauer Vorzeit die Hände nicht mehr nur zur Baumkletterei eingesetzt, sondern mit ihnen Steine gegriffen und gezielt als Werkzeuge verwendet wurden. Die ältesten bisher gefundenen Steinwerkzeuge sind etwa 2,6 Millionen Jahre alt und werden dem Homo habilis, dem "geschickten Menschen", zugeschrieben.

Nach den nun vorgelegten Analysen könnten schon weit früher Gesteinsbrocken als Werkzeuge gehandhabt worden sein. Denn wie sich bei der Studie herausstellte, war Australopithecus africanus offenbar dazu fähig. Die Trabakelstruktur seines Daumens und der Mittelhandknochen seien ähnlich beschaffen gewesen wie die des modernen Menschen, erklärte Skinner. "Er hatte die Voraussetzungen zum kraftvollen und präzisen Zugreifen." Für Professor Jean-Jacques Hublin, der am Eva die Abteilung für Humanevolution leitet, liefert die Studie weitere faktisch greifbare Belege dafür, dass die für den Menschen typische Handhaltung zum Fassen von Gegenständen schon weit länger praktiziert wurde als bisher angenommen. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: "Es gibt mehr und mehr Befunde dafür, dass die Entstehung der Gattung Mensch nicht auf der Entstehung völlig neuer Verhaltensweisen, sondern vielmehr auf einer Akzentuierung der bereits beim Australopithecus vorhandenen Eigenschaften fußte - einschließlich Werkzeugherstellung und Fleischverzehr."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.01.2015

Mario Beck

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