Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Leipziger Studie zu Vornamen zeigt: „Kevin“ und "Mandy" sind halb so schlimm
Leipzig Bildung Leipziger Studie zu Vornamen zeigt: „Kevin“ und "Mandy" sind halb so schlimm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:45 30.10.2012
Anzeige
Hamburg/Leipzig

„Unsere Statistiken beweisen, dass es viele Akademiker gibt, die solche stereotypen Vornamen tragen“, sagte Rodriguez der Wochenzeitung. Die Wissenschaftlerin hatte für die Studie die Namen vieler früherer Studenten der Universität Leipzig ausgewertet. Darunter seien allein 380 Peggys, 217 Ronnys und 379 Mandys gewesen.

Anlass für die Untersuchung waren mehrere Studien, die in den vergangenen Jahren Aufmerksamkeit erregt hatten. Sie hatten ergeben, dass etwa Grundschullehrer Kindern mit Namen wie Kevin oder Mandy weniger Leistung zutrauen. Kevin sei kein Name, sondern eine Diagnose, hatte etwa eine Grundschullehrerin geschrieben.

Grund für solche Vorurteile sei „Sozialschichten-Arroganz“, sagte die Oldenburger Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser der „Zeit“. Englische Namen seien ein Trend der Mittelschicht gewesen - vor allem im Osten, teils auch in Westdeutschland. „Dann begannen Menschen aus den unteren Schichten, diese Namen zu imitieren.“ Das Ost- und das Unterschichten-Phänomen hätten sich im öffentlichen Bewusstsein vermengt, erläuterte die Fachfrau.

Dass gerade in den neuen Ländern zahlreiche Kinder etwa Mandy oder Peggy genannt worden seien, habe auch politische Gründe: „Eltern suchen nach Namen, die aus dem Land ihrer Träume kommen“, erklärte die Oldenburger Forscherin. Viele Ostdeutsche hätten sich vor dem Mauerfall nach dem Westen gesehnt, vor allem den USA, und entsprechend häufiger ihre Kinder Robby oder Sandy genannt. Westdeutsche hätten seit den 60er Jahren stärker Skandinavien verehrt. Ihre Kinder hießen etwa Jan oder Sören.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Universität Leipzig hat Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) kritisiert, nachdem dieser der Hochschule keine Mittel aus Steuermehreinnahmen gewähren will.

26.10.2012

Der Fotografie-Student Philip Poppek ist am Mittwoch mit dem Studienpreis der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) prämiert worden. Die Auszeichnung wurde zum sechsten Mal vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert.

25.10.2012

Rund 200 Experten werden am ersten Novemberwochenende in Leipzig zu einer Fachtagung über Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern erwartet. Die Schirmherrschaft habe die frühere Bundestagspräsidentin und Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth (CDU) übernommen, teilte der Organisator Dr. Stephan Sallat von der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig mit.

21.10.2012
Anzeige