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Bildung Leipziger Studienambulanz für Adipositas-Patienten eröffnet – 24 Millionen Euro vom Bund
Leipzig Bildung Leipziger Studienambulanz für Adipositas-Patienten eröffnet – 24 Millionen Euro vom Bund
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15:19 15.11.2012
In der neuen Adipositas-Ambulanz des IFB spricht der wissenschaftliche Leiter Prof. Michael Stumvoll mit der adipösen Patientin Nicole Lippold und der Medizinischen Ernährungsberaterin Jana Hösel (v.l.n.r.). Quelle: dpa
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Leipzig

Nach der Aufnahme und ersten Untersuchungen wird den Betroffenen hier von Orthopäden, Kardiologen, Pulmonologen und anderen Fachärzten eine individuelle Therapie für die Reduzierung ihres Übergewichts erstellt und jene dann auch begleitet.

So ist es am IFB beispielsweise möglich, das Blut oder Fettgewebe zu analysieren. Auch die Zusammensetzung des Körpers und der Kalorienverbrauch können über "modernste Geräte" ermittelt werden. Videoaufzeichnungen von Familienmahlzeiten sollen dazu dienen, festzustellen, inwieweit sich das Essverhalten der Eltern auf das ihrer Kleinkinder überträgt. Menschen mit dem Binge-Eating-Syndrom, einer Essanfallsstörung, soll mit Hilfe von speziellem Training die Rückkehr zu einem ausgewognenen Verhältnis zum Essen ermöglicht werden.

"Die Studienambulanz bietet unseren Wissenschaftlern die Chance, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kollegen verschiedener Disziplinen konzentriert mit Patienten und Probanden zu forschen. Dabei ist die gesamte Expertise und Infrastruktur der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums um die Ecke", betont Michael Stumvoll, wissenschaftlicher Leiter des IFB die Vorteile der neuen Einrichtung. Das Zentrum wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit etwa 24 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, gefördert. Das IFB wird seit 2010 gemeinsam von Universitätsklinikum und medizinischer Fakultät der Universität Leipzig geführt. Zurzeit wird hier an mehr als 40 Forschungsprojekten verschiedener Fachrichtungen gearbeitet.

Im Anschluss an die feierliche Eröffnung der neuen Ambulanz diskutierten Experten auf einer Adipositas-Fachkonferenz über moderne Strategien bei der Bekämpfung von Übergewicht und den Folgen der Erkrankung.

Laut einer Studie des Bundesamts für Statistik waren 2009 insgesamt fast 48 Prozent der Erwachsenen im Land übergewichtig. Vier Jahre zuvor waren es noch 1,2 Prozent weniger. Fast 15 Prozent der Kinder zwischen zwei und 17 Jahren haben zu viel Gewicht. Zwei Prozent leiden an krankhaftem Übergewicht und sind somit adipös.

Das Leipziger Zentrum für Adipositas-Erkrankungen mit 50 Ärzten und Wissenschaftlern ist eins von insgesamt acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren in der Bundesrepublik, die sich mit der wissenschaftlichen Erforschung von Krankheitsursachen und der Gesundheitsvorsorge beschäftigen.

mpu/chl

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