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Bildung Leipziger Telekom-Hochschule könnte in HTWK aufgehen
Leipzig Bildung Leipziger Telekom-Hochschule könnte in HTWK aufgehen
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18:10 16.01.2018
Die Hochschule für Telekommunikation steht vor großen Veränderungen. Quelle: Foto: HfTL
Leipzig

Eine Verschmelzung der privaten Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) mit der benachbarten Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) wird immer wahrscheinlicher. Das sächsische Kabinett beauftragte am Dienstag zwei Ministerien, mit der Deutschen Telekom AG in Verhandlungen über die Gründung einer Stiftungsfakultät an der HTWK einzutreten. Die neue Fakultät hätte den fachlichen Schwerpunkt „Digitale Transformation“.

Wie berichtet, prüft die Telekom seit längerer Zeit verschiedene Optionen für die Zukunft der 1953 gegründeten Hochschule für Telekommunikation. Die Leipziger Bildungseinrichtung zählt über 1200 Studenten. Sie ist als einzige von ehedem drei Fachhochschulen des Bonner Konzerns übrig geblieben. Ihre Pendants in Dieburg und Berlin wurden in den Neunzigerjahren aufgegeben und in staatliche Hochschulen eingegliedert. Dies könnte nun auch bald in Leipzig geschehen.

Die Deutsche Telekom AG wolle sich weiterhin „langfristig für Lehre und Forschung in Leipzig engagieren“, betonten das sächsische Wissenschaftsministerium und die HTWK am Dienstag in einer gemeinsamen Pressererklärung. „Eine dieser Möglichkeiten kann die Gründung einer Stiftungsfakultät für digitale Transformation an der benachbarten HTWK sein.“ Die dafür nötigen Modalitäten würden jetzt vom Wissenschafts- und Finanzministerium mit der Telekom sowie der HTWK verhandelt. „Die Beteiligten schließen dazu eine entsprechende Vereinbarung ab.“

Die beiden Hochschulen in Connewitz hätten „sich ergänzende Studienangebote und Forschungsgebiete“, so das Wissenschaftsministerium weiter. „Von einer Bündelung dieser Kompetenzen können nach ersten Bewertungen weitere starke Impulse für die IT-Entwicklung Leipzigs und Sachsens erwartet werden.“ An der Hochschule für Telekommunikation fand am Dienstag-Nachmittag eine Mitarbeiter-Vollversammlung statt. Der dortige Rektor Professor Volker Saupe hatte unlängst in einer Mail an die Studenten versichert: „Um es deutlich zu sagen: Für Sie als Studierende – insbesondere für die Möglichkeit, Ihr Studium an der HfTL abzuschließen – ändert sich nichts und dies ist auch rechtlich abgesichert.“ Erst am 11. Januar führte die Einrichtung in der Gustav-Freytag-Straße einen „Tag der offenen Hochschule“ durch, bei dem um neue Studien-Interessenten geworben wurde.

Stiftungsfakultäten sind noch sehr selten in Deutschland. Ein ähnliches Modell arbeitet aber zum Beispiel bereits seit 20 Jahren mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik als An-Institut der Universität Potsdam sehr erfolgreich.

Im Herbst 2017 erwarb der Freistaat Sachsen das Grundstück, auf dem sich die HfTL befindet, von einem Leipziger Immobilienunternehmen. Laut Rektorin Gesine Grande will die über 6000 Studenten zählende HTWK dort ab 2020 Erweiterungsflächen nutzen – auch um auf dem Campus im Süden weitere Fakultäten und Bereiche der HTWK zusammenfassen zu können.

Von Jens Rometsch

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