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Bildung Leipziger Theaterwissenschaft bekommt zwei neue Studiengänge
Leipzig Bildung Leipziger Theaterwissenschaft bekommt zwei neue Studiengänge
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16:54 11.04.2016
Am Institut für Theaterwissenschaft hatte es monatelang Proteste gegen die drohende Schließung gegeben.  Quelle: LVZ
Leipzig

Das zunächst von der Schließung bedrohte Institut für Theaterwissenschaft bietet ab dem kommenden Wintersemester zwei neue Studiengänge an. Damit bleibt die Einrichtung vorerst verkleinert bestehen: Statt bisher 67 stehen dann insgesamt 60 Plätze zur Verfügung. Sowohl der Bachelor als auch der Master werden inhaltlich neu ausgerichtet. In die bestehenden Studiengänge soll laut einer Meldung der Universität nicht mehr immatrikuliert werden.

Stattdessen können Interessierte ab Herbst 2016 den Bachelor „Theaterwissenschaft transdisziplinär“ oder den Master „Theaterwissenschaft transkulturell – Geschichte, Theorie, Praxis“ studieren. Beide Zweige seien im deutschsprachigen Raum einmalig und sollen sich verstärkt auf praktische Ansätze konzentrieren.

Mehr Praxis

„Wir haben hier ein sehr gutes Beispiel dafür, dass aus der Krise heraus eine gute Chance erarbeitet werden kann“, findet Thomas Hofsäss, Prorektor für Bildung und Internationales der Uni Leipzig. Der Leiter des Instituts, Günther Heeg, betont die Zukunftsfähigkeit der neuen Studiengänge. „Das garantiert eine ideale Verbindung von Theorie und Praxis und gibt im Masterstudiengang überdies die Chance, zwischen einem forschungs- und einem anwendungsorientierten Schwerpunkt zu wählen“, so Heeg.

30 Studenten können sich jeweils für den Bachelor und den Master einschreiben. In den bestehenden Studiengängen werden derzeit 236 junge Menschen unterrichtet. Für sie soll die aktuelle Lehre vier Semester über die Regelstudienzeit hinaus aufrechterhalten werden, erklärte Prorektor Hofsäss auf Anfrage. Es gebe zudem die Möglichkeit, in die neuen Studiengänge zu wechseln, da beide Ausrichtungen gemeinsame Schnittmengen hätten.

Kein höherer Bedarf an Lehrkräften

Die benötigte Lehrkapazität erhöhe sich laut Hofsäss aber nicht. Bei den bestehenden Studiengängen sollen mit dem Wintersemester zwei von drei Professorenstellen nicht mehr besetzt werden. Für die Neuausrichtungen wird wiederum mit zwei Juniorprofessorenstellen und Gastprofessuren geplant. Zudem würden Lehrbeauftragte und akademische Mitarbeiter das Lehrangebot sicherstellen, so Hofsäss.

Und eine weitere Neuerung steht am Leipziger Institut an: Das Center of Competence for Theater (CCT) soll Studenten Einblicke in Theaterhäuser und kulturelle Einrichtungen ermöglichen. Das CCT soll ab August 2016 eingerichtet werden.

Die drohende Schließung des Leipziger Instituts für Theaterwissenschaft hatte im Frühjahr 2014 über die Stadtgrenzen hinaus Empörung ausgelöst. Nicht nur prominente Unterstützer wie Autorin Charlotte Roche, sondern auch internationale Künstler und Wissenschaftler etwa aus England, Japan, den USA oder Kroatien setzten sich für den Erhalt der Lehre ein. Nach den Landtagswahlen hatte die neue sächsische Regierung Teile der Kürzungen aufgehoben.

Von Josephine Heinze

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