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Bildung Leipziger Tiermediziner erhalten Finanzspritze für Suche nach Impfstoffen
Leipzig Bildung Leipziger Tiermediziner erhalten Finanzspritze für Suche nach Impfstoffen
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15:08 22.11.2016
Hauptcampus der Universität Leipzig auf dem Augustusplatz Quelle: André Kempner
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Leipzig

Tiermediziner der Universität Leipzig sind auf der Suche nach neuen Impfstoffen, die Schweine vor dem Bakterium Streptococcus suis schützen sollen. Wie die Hochschule am Dienstag berichtet, wurde dafür vor kurzem ein Forschungsprojekt gestartet. Dieses sei Teil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Konsortiums „InfectControl 2020 – neue Antiinfektionsstrategien“.

Christoph Baums, der Direktor des Instituts für Bakteriologie und Mykologie, erläutert: „Durch das Fehlen eines Streptococcus-suis-Impfstoffes werden in der Ferkelaufzucht sehr viel Antibiotika eingesetzt, und trotzdem bewegen sich die Anzahl der Infektionen als auch die Sterblichkeit auf einem sehr hohen Niveau“. Zusammen mit seinem Kollegen Gottfried Alber vom Institut für Immunologie arbeitet Baums deshalb an der Entwicklung eines neuen Impfstoffs. Beide besitzen der Mitteilung zufolge langjährige Erfahrungen mit experimentellen Infektionen beim Schwein und bei der Analyse, wie das Immunsystem auf diese Keime reagiert.

Erster Erfahrungsaustausch am 1. Dezember

Neben Streptococcus suis untersuchen die Forscher einen weiteren Erreger, der beim Menschen große Probleme verursacht: Streptococcus pneumoniae, besser bekannt als Pneumokokken. Diese sind für Entzündungsreaktionen in unterschiedlichen Organen wie Lunge und Hirnhaut verantwortlich. Die Wissenschaftler haben beide Bakterien im Visier, weil beide über die Schleimhäute in den Körper eindrängen und sowohl im Menschen als auch im Schwein die gleichen Stellen befielen, so Baums.

Die Leipziger Tiermediziner haben ihre Forschungen im Rahmen des wissenschaftlichen Verbundes VacoME aufgenommen, eines von 17 aktuell laufenden Vorhaben des Konsortiums „InfectControl 2020“. Abgesehen von ihnen wirken unter anderem Biologen und Humanmediziner der Universitätsmedizin Greifswald und der Universität Greifswald an VacoME mit. Ein erster Erfahrungsaustausch soll am 1. Dezember im Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig erfolgen.

Von mkl

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