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Bildung Leipziger Uni-Bibliothek zeigt NS-Raubgut - neue Ausstellung in der Albertina eröffnet
Leipzig Bildung Leipziger Uni-Bibliothek zeigt NS-Raubgut - neue Ausstellung in der Albertina eröffnet
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13:17 27.11.2011
Zwei Jahre lang hat Cordula Reuß (rechts) mit einer Mitarbeiterin die Bestände der Leipziger Uni-Bibliothek auf Bücher untersucht, die vom NS-Regime enteignet worden waren. Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

„Wir wollen die Schicksale der ehemaligen Buchbesitzer ins Zentrum stellen, die deutlich härter waren, als der Buchraub an sich“, sagte Bibliotheksleiter Ulrich Johannes Schneider. So erzähle die Ausstellung die Lebensgeschichte einiger vom NS-Regime Verfolgter.

Zwei Jahre lang durchsuchte Kuratorin Cordula Reuß mit einer Mitarbeiterin die bis 1973 angeschafften Bestände der Bibliothek auf Bücher, die vom NS-Regime enteignet worden waren. Für die Recherchen waren unter anderem auch Unterlagen der Leipziger Gestapo ausgewertet worden. Knapp die Hälfte der 12.000 untersuchten Bände erwiesen sich als Raubgut. Einige der Bücher werden in der Schau gezeigt.

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Die beiden Forscherinnen suchten auch nach den Erben der rechtmäßigen Buchbesitzer. Einige Werke gaben sie zurück, einige der mitunter sehr wertvollen und seltenen Bände sollen nach Wunsch der Angehörigen in der Bibliothek verbleiben.

Bei der Suche nach geraubten Büchern half Reuß das hauseigene Archiv, das alle in der NS-Zeit von der Polizei gelieferte Bücher dokumentierte. In 1400 Bänden fanden die beiden Stempel und Vermerke, die auf die früheren Besitzer schließen ließen. So konnten die Forscherinnen allein 119 geraubte Bücher dem Leipziger Kommunisten Karl Ferlemann zuordnen, der 1945 von SS-Männern in Berlin ermordet worden war. Biographische Skizzen, Fotos und historische Dokumente erinnern nun in der Ausstellung an die rechtmäßigen Eigentümer.

Die Ausstellung ist bis zum 18. März 2012 geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für die Suche nach NS-Raubgut in ihren Beständen bekam die Leipziger Bibliothek über zwei Jahre nach eigenen Angaben 140.000 Euro aus Bundesmitteln.

dpa/nöß

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