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Bildung Leipziger Uni-Institute für Archäologie und Theaterwissenschaft bleiben auf Streichliste
Leipzig Bildung Leipziger Uni-Institute für Archäologie und Theaterwissenschaft bleiben auf Streichliste
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00:40 26.09.2015
Studenten der Theaterwissenschaft bei der Besetzung des Uni-Rektorates 2014. Quelle: André Kempner
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LEIPZIG

Der Petitionsausschuss des sächsischen Landtages sieht hinsichtlich der vorgesehenen Schließungen der Leipziger Uni-Institute für Theaterwissenschaft und für klassische Archäologie keine Eingriffsmöglichkeiten. Das geht aus einer von ihm vorgelegten Beschlussempfehlung hervor, der das Parlament jüngst folgte. Im Zuge einer Petition unter dem Motto „Kürzer geht´s nicht“ war im Sommer letzten Jahres unter anderem gefordert worden, die beiden Einrichtungen zu erhalten.

Rückblick: Nach dem Willen der damaligen schwarz-gelben Koalition im Freistaat war die hiesige Universität beauflagt worden, von 2013 bis 2015 jährlich jeweils 24 Stellen abzubauen. Die verordneten Kürzungen hatten zunächst zur Folge, dass das Rektoratskollegium der Alma mater das Institut für Pharmazie zum Auslaufmodell erklärte. Anfang 2014 wurden dann bei der nächsten Sparrunde die Institute für Theaterwissenschaft und klassische Archäologie auf die Streichliste gesetzt. Massive Proteste waren die Folge. Über mehrere Monate machten Studenten und Mitarbeiter mobil. Höhepunkt der Gegenwehr war die Besetzung einer Etage des Rektoratsgebäudes in der Ritterstraße. Uni-Chefin Beate Schücking wurde vorgeworfen, sie mache sich zum Handlanger der Landesregierung und setze deren Rotstiftpolitik vor allem zu Lasten der kleinen Fächer um. Die Professorin verteidigte die Entscheidung damit, dass die Uni unter Sparzwang stehe und dass die beiden Institute keinen nachhaltigen Beitrag zur Forschungsprofilierung geleistet hätten.

Konkret meldete die Uni-Spitze damals mit Blick auf das Jahr 2015 beim Wissenschaftsministerium an, dass drei Stellen am Institut für klassische Archäologie und fünf am Institut für Theaterwissenschaft als wegfallend deklariert und beide Einrichtungen perspektivisch abgewickelt werden. Daran, so hieß es seitens des Petitionsausschusses jetzt, halte die Leitung der Universität weiter fest.

Der Staatsregierung sei es nach den Maßgaben des Hochschulfreiheitsgesetzes nicht möglich, den Akademikerschmieden konkrete Vorgaben zu machen, in welchen Bereichen Stellen abzubauen sind. Allerdings habe die Alma mater in einem Konzept für die kleinen Fächer signalisiert, dass durch den Fortbestand einer Professur für Theaterwissenschaft diese Ausbildung im Rahmen gemeinsamer Studiengänge mit der Musikwissenschaft erhalten werden könnte. Ebenso sei es möglich, die Archäologie in einen gemeinsamen Studiengang Altertumswissenschaften zu integrieren.

Zum kommenden Wintersemester soll nach Angaben der Uni trotz des Stellenabbaus sowohl in der Pharmazie als auch der Theaterwissenschaft und der Archäologie wieder immatrikuliert werden.

Von Mario Beck

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