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Leipziger Uni-Radio „mephisto 97.6“ feiert 15. Geburtstag

Leipziger Uni-Radio „mephisto 97.6“ feiert 15. Geburtstag

Der Name von Deutschlands erstem Uni-Radio mit eigener UKW-Frequenz verspricht ein teuflisches Programm. mephisto 97.6 heißt der Sender aus Leipzig, der aus der Radiolandschaft kaum mehr wegzudenken scheint.

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Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Seit 15 Jahren funkt mephisto 97.6 Neuigkeiten aus der Region in die Welt - eigenverantwortlich und nichtkommerziell produziert von radiobegeisterten Studenten. An diesem Montag wird Geburtstag gefeiert. Eine kleine Festwoche schließt sich an.

Die Idee zu dem einzigartigen Projekt wurde in der Journalisten- Fakultät der Universität Leipzig geboren - allerdings nicht nur von den Professoren. „Als die Sächsische Landesmedienanstalt 1994 die Frequenz 97,6 für den Raum Leipzig ausschrieb, entwickelten die Studenten und Professoren gemeinsam ein Konzept für ein Lokalradio und bekamen die Frequenz“, erinnert sich der Programmdirektor, Prof. Hartmut Warkus. Die Grundidee: Die angehenden Journalisten sollten praxisnah ausgebildet werden. Vier Stunden Programm müssen montags bis freitags gefüllt werden.

Warkus ist nach wie vor überzeugt von dem Konzept: „Das Lokalradio ist immer noch ein Novum in der Rundfunklandschaft in ganz Deutschland“, sagt der Professor für Medienpädagogik. „mephisto 97.6 ist mehr als ein Studentenradio. Der Sender ist ein Lokalradio, das interessante Informationen rund um Leipzig bietet und professionell arbeitet.“ Die Studio-Technik und Sendeleistungskosten werden von der Sächsischen Landesmedienanstalt und privaten Sponsoren getragen. Was die „Mephistos“ von der Mitarbeit am Sender haben, beschreibt Warkus so: „Sie bekommen eine Hörfunkfunk-Ausbildung und Hörfunkpraxis unter realen Sendebedingungen.“

Kersten Mügge ist einer von mehr als 1000 Studenten, die bei mephisto 97.6 mitgemischt haben. Der 33-Jährige arbeitet inzwischen beim Norddeutschen Rundfunk. Für seine Karriere sei das Uni-Radio förderlich gewesen. „Durch die kontinuierliche journalistische Arbeit im Sender habe ich vor allem einen Erfahrungsvorsprung bekommen“, sagt er. Im Vergleich zu Studenten, die noch nicht unter realen Bedingungen gearbeitet haben, sei ihm anschließend klar gewesen, was er machen will und machen kann.

Allerdings sieht Mügge in den kommenden Jahren auch Probleme auf das Lokalradio zukommen: „Eine dauerhafte Arbeit für den Sender ist durch die gedrängten Bachelor- und Masterstudiengänge leider nicht mehr möglich.“ Die Zeit, alles auszuprobieren und von Grund auf zu lernen, fehle. Früher hätten die Studenten einen großen Teil ihres Studiums mit mephisto 97.6 verbracht. Mittlerweile bleiben sie häufig nicht länger als ein Jahr. „Dadurch, dass die Studenten weniger Zeit für mephisto haben, wird es auch schwerer sich mit dem Sender zu identifizieren und das wird in den kommenden Jahren nicht ohne Folgen bleiben“, meint Mügge. Die Universität müsse sich dabei etwas einfallen lassen.

Dieses Problem sieht auch die aktuelle Chefredakteurin, Sarah Frühauf. „Da es immer mehr Studenten geben wird, werden zwar immer mehr Leute auch zu mephisto kommen. Allerdings wird der größte Teil nur latent da sein.“ Der Kern des Senders werde immer kleiner werden. Welche Veränderungen das fürs Programm bedeuten wird, lasse sich noch nicht abschätzen.

Trotz aller Widrigkeiten sind sich alle einig: mephisto 97.6 ist und bleibt ein einzigartiges Projekt für angehende Journalisten. Nirgends sonst können sich die Studenten unter realen Bedingungen ausprobieren und auch einmal Fehler machen. „Es ist Wahnsinn wie viel Zeit und Kraft die Studenten für den Sender geben - denn bezahlt wird man ja nicht“, sagt Frühauf und lacht.

Christiane Kohlmann, dpa

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