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Bildung Leipziger Uni-Tierklinik nimmt als erste deutsche Hochschule MRT für Pferde in Betrieb
Leipzig Bildung Leipziger Uni-Tierklinik nimmt als erste deutsche Hochschule MRT für Pferde in Betrieb
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15:20 08.12.2011
Das Fußgelenk des Pferdes wird durchleuchtet. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Bisher gebe es das nur an einigen privaten Tierkliniken. Mit dem MRT können die Gliedmaßen vom Huf bis zum Sprunggelenk genau unter die Lupe genommen werden. Das Diagnosegerät ist auch bei anderen, ähnlich großen Tieren einsetzbar und erspart die bisher übliche Narkose.

"Die in Leipzig vorhandene Kombination von Großgeräten ist einmalig in Deutschland", sagte Prof. Dr. Walter Brehm, Direktor der Chirurgischen Tierklinik, im Rahmen der Inbetriebnahme. Das MRT sei da sozusagen das Sahnehäubchen. Das neue Großgerät verdeutlcihe den Forschungsanspruch der hiesigen Fakultät, betonte der Dekan der Veterinärmediziner, Prof. Dr. Uwe Truyen.

Erster "Patient" der Forscher war der vierjährige Lupus. Dank der streichelndene Hände und beruhigenden Worte zweier Tierpflegerinnen stand er mustergültig still und lieferte der zuständigen Radiologin Dr. Kerstin Gerlach so gestochen scharfe Bilder. Fünf bis sieben Minuten dauert eine solche Untersuchung mittels Pferde-MRT. Private Pferdebesitzer müssen 500 Euro für die Diagnosemethode zahlen.

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Das mehr als 600.000 Euro teure Großgerät wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Freistaat Sachsen finanziert. Die Bauarbeiten im Stallgebäude der Chirurgischen Tierklinik übernahm der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Ein Teil des Geldes in Höhe von 74.500 Euro kam aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung.

Der Auf- und Einbau des Tomographen dauerte nach Angaben der Universität fünf Monate. Zwei Pferdeställe wurden dafür komplett entkernt.

Die Magnetresonanz-Tomographie ist eine weit verbreitete medizinische Untersuchungstechnik. Dabei wird der Patient normalerweise in eine Röhre geschoben. Die MRT macht sich die unterschiedliche Verteilung von Wasserstoffatomen in Organen und Geweben zunutze. In einem starken Magnetfeld, das den in einer Röhre liegenden Patienten umgibt, richten sich die normalerweise ungeordnet schwingenden Atome neu aus. Dabei nehmen sie Energie auf. Diese senden sie nach dem Abschalten des Magnetfeldes wieder aus. Diese schwachen Signale werden gemessen und in Bilder umgerechnet.

dpa

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